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Schimpansen retten den Kunstsommer

Von Christina Böck

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Es ist diese Zeit im Jahr. Die Salzburger Festspiele sind vorbei, die großen Institutionen sind noch in den Ferien. Das eine oder andere Scharmützel flammt zwar in diesem Spätsommer-Niemandsland auf (siehe Elisabeth Kulman und Alexander Pereira), aber ansonsten herrscht in den letzten Augusttagen nicht gerade eine nervenzerfetzende Meldungslage im Kulturbereich. Da muss man auf allfällig sich aufreizend ge-

bärdende Popsternchen zurückgreifen, um einen Skandal zu generieren. Letzter Stand im Miley-Cyrus-Drama: Auch der Erfinder der berühmten Schaumstoffhand maßregelt sie. Mit einer solchen war sie ja an ihrem Schritt zugange, was Fingermacher Steve Chmelar als "Entehrung" der normalerweise in Sportstadions winkenden Hände wertet.

Also, wie gesagt, nicht viel los. Außer im Bereich "Primaten mit künstlerischer Ader". Die haben Ende August Saison. Dieser Tage fand in den USA der große Affen-Malwettbewerb statt. Das ist, anders als man, vom Privat-TV-Sommerprogramm geschult, meinen möchte, keine neue Reality-Castingshow. Es handelt sich um einen Contest, der von der "Humane Society of the United States" veranstaltet wird, Jane Goodall ist Jurymitglied. Gesucht wurde der Schimpanse, der die schönsten Bilder malt. Gewonnen hat Cheetah, ein ehemaliges Versuchstier, das nun eine Vorliebe für satte Gelbtöne mit roten Manierismen entwickelt hat. Ganz anthropoider Pragmatiker, hat Cheetah seine liebsten Farben auch für die Lippenverschönerung zweckentfremdet. Man sieht, auch in der Schimpansen-Kunstszene geht nichts mehr ohne auffällige Inszenierung.