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"Schlachtfeld heute"

Von Francesco Campagner

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Das Wochenende ist meist eine ruhige Fernsehzeit, falls nicht gerade eine Nationalratswahl stattfindet. Neben den Teenie-Serien am Samstagnachmittag und den Familiensendungen am Samstagabend

beherrschen sportliche Ereignisse die Welt der Flimmerkiste. Relativ unspektakulär sind da natürlich die Nachrichtensendungen. Seit geraumer Zeit wird in ORF 2 auch am Wochenende ein "Bundesland

heute" präsentiert. Als Wiener genehmige ich mir demgemäß "Wien heute", doch die Vorfreude auf diese Innovation wurde von der Realität ziemlich getrübt. Denn die kurze Sendung bietet meist nur matte

Kost.

Hauptthema sind fast immer die schweren Verkehrsunfälle, die unweigerlich an einem Wochenende passieren. Ob Geisterfahrer oder Alkolenker, Discojüngling oder schlichter Raser · am Bildschirm wird

über das Phänomen "Schlachtfeld Straße" so berichtet, als sei es schicksalsgegeben. Die notwendigen Fragen an Verkehrsexperten, Exekutive und Politiker über mögliche und schnelle Gegenmaßnahmen

werden folglich nicht gestellt. Stattdessen wird die Zeit mit einem müden Quizspiel totgeschlagen und die lästige Sonntagarbeit damit zu Ende gebracht. Da hätte man gleich beim traditionellen

"Österreich-Bild" bleiben können. Da wurde man zumindest mit belanglosen aber farbfrohen Berichten über alpenländische Folklore, Weinprinzessinnen und Volksfeste versorgt, und im Glauben gelassen, in

einer heilen Welt zu leben.