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Borg Mistelbach ist "Schule des Monats" März. | Umgang zwischen Schülern und Lehrern kollegial. | Mistelbach. "Wir wissen eh, dass wir sehr gut sind, aber trotzdem freuen wir uns über die Anerkennung einer außerschulischen Institution", meint Josef Koch. Der Direktor des Borg Mistelbach zeigt sich begeistert von seiner Schule - mit Recht, wie die Jury befand, die das Oberstufengymnasium 40 Kilometer nördlich von Wien zur "Schule des Monats" März der "Wiener Zeitung" kürte.
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Vier Schwerpunktzweige sorgen in Mistelbach dafür, dass jedes Talent individuell gefördert wird. So gibt es einen musischen, einen bildnerischen, einen naturwissenschaftlichen und einen Informatik-Zweig.
Doch vor allem ist es das gute Schulklima, das auch dafür sorgt, dass Ehemalige immer wieder gerne ihre alte Schule besuchen. Vom Tag der Offenen Tür über die schuleigene Big Band bis hin zum Maturaball organisieren Schüler, Eltern und Lehrer alle Veranstaltungen gemeinsam.
Personalvertreterin Isabella Zins führt die gute Stimmung einfach auf den "vernünftigen Umgang" mit den Schülern zurück. Das bestätigt auch der 16-jährige Alexander Flor, der den musischen Zweig besucht: "Wir werden von den Lehrern eher kollegial behandelt", erklärt er gegenüber der "Wiener Zeitung". Laut Koch gibt es deshalb kaum Vandalismus oder Aggressivität an der Schule.
Besonders stolz ist man in Mistelbach auf die enge Zusammenarbeit mit dem Sonderpädagogischen Zentrum der Stadtgemeinde: Jährlich veranstalten die Borg-Schüler etwa ein Krippenspiel gemeinsam mit schwerstbehinderten Kindern, oder sie machen mit ihnen Ausflüge.
Doris Graf-Sommer, Chorleiterin und Organisatorin des Projekts, erklärt: "Wenn man sieht, wie es anderen Kindern im selben Alter geht, dann relativiert das die Wichtigkeit der Matheschularbeit."
Dass das Borg "keine Kuschelschule" ist, wie Zins betont, und die schulische Leistung nicht zu kurz kommen darf, beweisen Programme wie Begabtenförderung und Lernhilfe am Nachmittag. Im Rahmen der Nachmittagsbetreuung nehmen sich Lehrer gesondert Zeit, um aktuelle Probleme mit den Schülern noch einmal zu besprechen.
Modern und talentiert
Die moderne Ausstattung etwa der Informatiksäle wird großteils vom Elternverein finanziert, der "bei Anruf immer bereit steht", sagt Elternvertreter Josef Bauer. Die Informatikklassen haben die Möglichkeit, den europäischen Computerführerschein (ECDL) zu erwerben. "Wenn man Talent hat, wird man extra gefördert", erklärt die 16-jährige Nina Haferl aus dem bildnerischen Zweig, die am Nachmittag die Räume der Schule dazu nützt, einen Speckstein für einen Wettbewerb zu bearbeiten. Bei zahlreichen Wettbewerben war das Borg bereits vertreten: Den ersten Preis machte Mistelbach im Jahr 2005 etwa beim Bertha von Suttner-Wettbewerb und beim Landesmusikwettbewerb Prima la Musica.
Weltoffen mit Herzblut
Auch auf Weltoffenheit wird an der Schule Wert gelegt: Austauschprogramme gab es bereits mit Norwegen, China, Israel und Japan. Derzeit sind einige Jugendliche in einer französischen Schule in der Nähe von Straßburg zu Gast. Für das bessere Verständnis der Religionen sorgte eine vor zwei Jahren veranstaltete interreligiöse Feier, an der sich Muslime, Buddhisten und Christen beteiligten. Am Borg spürt man "allerorten Herzblut, nicht nur Diensterfüllung", wie es Direktor Koch formuliert, der laut seiner Kollegin Graf-Sommer "der erste ist, der bei Schulprojekten mit dem Akkuschrauber dasteht".
SchulprofilDie Aktion der Wiener Zeitung
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