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Schlechter Start für neues Hypo-Team

Von WZ Online

Wirtschaft

Ditz verteidigt Millionenzahlung an Pinkl. | Wien. Holprig war am Mittwochabend der Neustart der Kärntner Hypo Group Alpe Adria (HGAA). Die Aufsichtsratssitzung, bei der die neue Führungsriege bestellt werden sollte, verlief einigermaßen turbulent, ÖVP und SPÖ konnten sich nicht auf eine gemeinsame Vorgangsweise bei der Ablöse des Kurzzeit-Bankchefs Franz Pinkl einigen. | Einschnitte bei Jobs und Töchtern


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Am Ende wurden Gottwald Kranebitter als Pinkl-Nachfolger sowie Wolfgang Edelmüller und Johannes Proksch bestellt, der vierte Vorstandsposten blieb vorerst unbesetzt.

Die Abstimmung über die Pinkl-Ablöse verlief denkbar knapp, am Ende entschied das Dirimierungsrecht des Aufsichtsratsvorsitzenden Johannes Ditz, der eine Klage vermeiden wollte. Ditz verteidigte gegenüber der APA die Millionenzahlung an den scheidenden Vorstandschef, man könne doch nicht jemanden, der erst ein gutes halbes Jahr im Amt sei, zum Buhmann machen.

"Ich bin auch dagegen, dass man eine Klage riskiert, die erstens lange dauert und zweitens am Ende noch mehr kostet", begründete er seine Entscheidung. Die Abfindung für Pinkl liege zudem unter zwei Mio. Euro, die kolportierte Summe von 2,9 Mio. bezeichnete Ditz als "falsch". Insgesamt habe die Ablöse des gesamten Vorstandes etwa 3,3 Mio. Euro an Kosten verursacht, von den in Medien genannten zehn Mio. Euro könne keine Rede sein.

Den Neuen streute Ditz Rosen. Kranebitter sei ein Fachmann, der als Teamleader hervorragend geeignet sei. Zudem kenne er die Hypo bereits. Edelmüller sei ein "Elder Statesman", der als Chief Risk Officer genau am richten Platz stehe. Proksch habe "gute Qualitäten", er sei zwar noch jung, habe aber schon viel Erfahrung gesammelt. Insgesamt werde dieses Team die Bank auf einen guten Weg bringen, gab sich Ditz überzeugt.

Eine Zerschlagung der Hypo, wie sie des Öfteren ventiliert wurde, wird es laut Ditz nicht geben. Allerdings werde man die Auslandsengagements genau überprüfen und gegebenenfalls Beteiligungen abstoßen. Der Verlust von 1,6 Mrd. Euro sei "sehr schmerzlich", die Dimension sei aber bereits bei der Notverstaatlichung im Dezember im Wesentlichen bekannt gewesen.

Mit den zugesagten 450 Mio. Euro vom Bund, 825 Mio. von der BayernLB, 200 Mio. vom Land Kärnten und 30 Mio. von der Grawe hofft Ditz das Auslangen zu finden. Eine Insolvenzgefahr bestehe nicht mehr. Allerdings, so Ditz, sei die Lage weiterhin "sehr sehr kritisch".

Bis wann der vierte noch offene Vorstandsposten besetzt wird, war am Donnerstag noch unklar. Als Kandidat wird der Banker Franz Zoufal (Bank Austria) gehandelt. Das politische Hickhack um die Besetzung der Vorstände nahm der Aufsichtsratschef gelassen. "Politische Querschüsse gibt es eben." Jedenfalls habe niemand im Aufsichtsgremium gegen die Bestellung der neuen Vorstände gestimmt.