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Schlumberger beendet sein Frankreich-Engagement

Von Christina Mondolfo

Wirtschaft

Der börsenotierte Sekt- und Spirituosenkonzern Schlumberger zieht einen Schlussstrich unter sein Frankreich-Abenteuer: Im August wird der Minderheitsgesellschafter eine Kapitalerhöhung durchführen, bei der Schlumberger nicht mitziehen und seinen 60%-Anteil abgeben wird, sagte Vorstandsvorsitzender Josef Karner gestern vor Journalisten.


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Die Beschlüsse für den Ausstieg seien bereits gefasst, daher seien die vier Frankreich-Töchter schon in der Bilanz 2001/02 (per Ende März) entkonsolidiert. Das Engagement kam Schlumberger jedoch teuer zu stehen: Angesichts von Entkonsolidierungskosten von 12 Mill. Euro drehte das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von plus 4,6 Mill. Euro im Vorjahr auf minus 4,8 Mill. Euro.

Der Betriebserfolg der Gruppe stieg trotz Konsumflaute und steigender Konkurrenz durch Prosecco im abgelaufenen Geschäftsjahr um 78% auf 5,54 Mill. Euro. Der konsolidierte Umsatz erhöhte sich um 3,7% auf 146,6 Mill. Euro. Der Jahresverlust betrug 3,49 Mill. Euro, nach einem Gewinn von 2,97 Mill. Euro im Jahr davor. Der Schlumberger-Vorstand wird trotzdem eine Dividende von 5,81 Euro pro Vorzugs- und Stammaktie vorschlagen.

Erfolgreich sei weiterhin das Spirituosengeschäft, so Karner. Vor allem Wodka und weißer Rum (Pitou) gingen besonders gut, betonte Karner.

Besonders die Schaumweinstuer ist Karner ein Dorn im AUge. Dadurch sei Sekt um 20% teurer als die italienischen Perlweine. Im Vorjahr seien in Österreich bereits rund 10 Mill. Flaschen Prosecco verkauft worden, im Vergleich zu rund 21 Mill. Flaschen Sekt. Während der Sektverkauf v.a. im Lebensmittelhandel stagniert, steige der Prosecco-Absatz mit zweistelligen Zuwachsraten.

Per Ende März hat sich Schlumberger zu einem Drittel am kanadischen Getränkevertrieb Peter Mielzynski Agencies beteiligt. Das Familienunternehmen setzte zuletzt rund 30 Mill. kanadische Dollar (20 Mill. Euro) um. Ende Mai 2002 wurde zudem von der Firma Wunderlich die Traditionsmarke Rossbacher übernommen. Mit 1. November wurde weiters das Süßwaren-Familienunternehmen Fritz Mauthner (Asbach Pralinen, "Cailler", "Camille Bloch") gekauft.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Josef Karner zwar keine große Marktbelebung, dennoch soll das EGT heuer wieder ins Positive drehen.