Zum Hauptinhalt springen

Schluß mit dieser Lohnpolitik

Von Leopold Maderthaner

Wirtschaft

Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 27 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

In den letzten Jahren wurden Tausende von Unternehmen vom Markt gefegt. Die größte Insolvenzwelle seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hat sich Gott sei Dank wieder verflacht, doch viele Betriebe

müssen sich stabilisieren und sehen sorgenvoll auf das weltweite Krisengewitter. Unsere Unternehmen müssen ihre Eigenkapitaldecke stärken, um strukturelle Probleme, die Herausforderungen globaler

Märkte und wachsender Konkurrenz zu meistern und im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Uns fehlen Arbeitsplätze, weil sie für viele Betriebe zu den derzeitigen Lohn- und Lohnnebenkosten nicht

rentabel sind. Uns fehlen aber auch Arbeitskräfte für anspruchsvolle Tätigkeiten, weil es oft an Qualifikation mangelt. In dieser schwierigen Situation ist Lohndisziplin gefordert, eine Lohnpolitik,

die nicht verteilt, was erst zu erwirtschaften ist. Als nüchterne Rechner müssen sich Investoren angesichts extrem hoher Lohnnebenkosten und einer sehr kurzen Jahresarbeitszeit immer öfter fragen, ob

es nicht zu teuer ist, in Österreich zu produzieren. Unsere primäre Strategie ist es nicht, Beschäftigungspolitik via Senkung der Nettolöhne zu machen. Das hätte negative Folgen für die Kaufkraft und

würde Gewerbe, Handel, Tourismus und Industrie schwächen. Wenn wir die Entlastung der Unternehmen von wettbewerbshemmenden Kosten fordern, geht es nicht um "Gewinnmaximierung", sondern um die

Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen. Ein vernünftiges Augenmaß in der Lohnpolitik ist gefordert.