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Schmidt dankt als Parteichefin ab

Von Alexandra Grass

Politik

Liberalen-Chefin Heide Schmidt (50) bot dem Bundesparteipräsidium als "logische Konsequenz" in Folge der ruinösen Wahlschlappe Montagabend ihren Rücktritt an. "Abgelehnt", waren sich die | Präsidiumsmitglieder einig. Eine "Neuordnung" des Liberalen Forums wird es trotzdem geben, jedoch erst Anfang des nächsten Jahres · auch an der Spitze, denn Schmidt wird als Parteichefin nicht mehr | kandidieren. Die Nachfolge ist derzeit noch offen.


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Schmidt verkündete ihren Rückzug am Dienstag auf "historischem Boden" · im Lokal III des Parlaments. Hier hatten die Liberalen nach der Parteigründung ihre ersten Gehversuche unternommen.

Die Parteichefin betonte allerdings, dass sie sich nie von der liberalen Sache verabschieden, dass sie immer dafür weiterarbeiten werde. Bis zum Jahreswechsel will sie noch ihrem Nachfolger "den

Rücken freispielen", damit dieser auf einer neuen Ordnung aufbauen könne. Ein Konzept für diese Neuordnung müsse in den nächsten Wochen erarbeitet werden.

Ziel: Wieder eine Stimme auf Bundesebene bekommen

Ihren Rückzug begründete sie damit, dass der Wahlkampf auf sie als Spitzenkandidatin zugeschnitten war und sie dafür jetzt die Verantwortung zu übernehmen habe.

"Die liberale Idee soll auf Bundesebene wieder eine Stimme bekommen", nannte Schmidt als Ziel für die Zukunft. Sie zeigte sich sehr optimistisch, in den beiden Landtagen Wien und Steiermark

zu bleiben und dann mit diesem Schwung wieder ins Parlament zu kommen.

"Auf ein Minimum" eingeschränkt werden muss die Organisation der Liberalen, sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene. Von mehr als 40 MitarbeiterInnen müsse man sich verabschieden. Noch keine

Gedanken habe sich Schmidt über ihre persönliche Zukunft gemacht. Vordringlich gehe es um "die Zukunft der Mitarbeiter und die Zukunft der liberalen Idee".

Laut Bundesgeschäftsführer Michael Schiebel habe das LiF ein Nettoverschulden von 13 Mill. Schilling. An Wahlkampfkostenrückerstattung erhält die Partei noch sieben Mill. Genauere Zahlen werden ein

Kassasturz ergeben, der noch diese Woche vorgenommen werden soll, es schaue aber "alles andere als rosig" aus, so Schmidt.

Die Bundessprecherin betonte, dass sie das Vertrauen der mehr als 150.000 Wähler rechtfertigen wolle und diese nicht von anderen Parteien vereinnahmt werden dürften.

Helmut Peter verlässt LiF

Helmut Peter · Wirt des Traditionshotels "Weisses Rössl" in St. Wolfgang und Landessprecher des LiF in OÖ · hat alle seine politischen Funktionen zurückgelegt. Interimistisch wird Hannes Mitterer

die Führung des LiF in OÖ übernehmen.

Noch zu Mittag hatte Schmidt betont, dass "keiner die Flinte ins Korn wirft". Der von Schiebel angebotene Rücktritt wurde vom Bundesparteipräsidium einstimmig abgelehnt.