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Schöne Haut auch im Alter

Von Christina Mondolfo

Reflexionen
© Hersteller

Wer hätte sie nicht gerne, die straffe, falten-und fleckenlose Haut bis ins hohe Alter? Nun, so ganz ohne Zeichen der Zeit geht es wohl nicht, aber niemand muss mit 50, 60 oder 70 um jeweils zehn Jahre älter aussehen.


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Der Alterungsprozess unseres Körpers und seiner Organe, also auch der Haut, ist einerseits genetisch bedingt ("inneres Altern"), andererseits durch äußere Einflüsse wie die Umwelt und unseren Lebensstil bestimmt. Während wir auf das genetische Altern keinen Einfluss haben, können wir jedoch einiges tun, um unsere Haut gesund und gepflegt über die Jahre zu bringen.

Vorzeitige Hautalterung. Intensive Sonnenbäder, ungesunde Ernährung, Rauchen und Stress sind Gift für die Haut, die Folgen sind u.a. Falten, Lederhaut und Pigmentflecken. Das Bindegewebe ist geschädigt, kollagene Fasern, die für die Hautstraffheit verantwortlich sind, können nicht oder nur unzureichend gebildet werden - schlaffe Gesichtskonturen lassen uns um Jahre älter aussehen, als wir tatsächlich sind.

Die biologische Hautalterung beginnt bei der Frau zwischen dem 25. und 30. Lebensjahr, beim Mann ab dem 35. Lebensjahr. Etwa ab dem 40. Lebensjahr werden die ersten altersbedingten Hautveränderungen sichtbar. Von reifer Haut spricht man etwa ab dem 50. bis 55. Lebensjahr. Reife Haut ist grundsätzlich meist dünn, trocken und leicht verletzbar, verliert an Elastizität, zeigt Falten und ist unregelmäßig pigmentiert. Darüber hinaus ist die Aktivität der Hautdrüsen vermindert. Die Talgdrüsen produzieren weniger Sebum, die Schweißdrüsen weniger Schweiß. Dies führt zu einer verminderten Ausbildung des Hydrolipid-Systems an der Hautoberfläche - die Haut trocknet verstärkt aus.

Was für die junge Haut gilt, gilt genauso für die reife Haut: eine gesunde Ernährung mit viel Gemüse und Obst, täglich 2 bis 3 Liter trinken (Mineralwasser oder Kräutertee), ausreichend Bewegung und Sport zum Muskel- und Konditionstraining (z. B. Schwimmen, Joggen oder Fahrrad fahren) und Schutz vor zu viel UV-Strahlen. Gegen das eine oder andere Glas Wein ist absolut nichts einzuwenden, Nikotin sollte man tunlichst vermeiden. Und nicht zuletzt hilft auch eine positive Lebenseinstellung sowie herzliches Lachen: Laut wissenschaftlichen Studien verlängert Lachen das Leben und verzögert Hautalterung und Faltenbildung.

Hilfe von außen. Reife Haut braucht eine andere Pflege als junge. Gemüse muss man nicht nur essen, Gurke und Aloe Vera in Form von Masken sind gute Feuchtigkeitsspender. Zum Reinigen der Haut empfiehlt sich Reinigungsmilch mit Feuchthaltefaktoren, die tief in die Hautfältchen einziehen. Tagescremes für die reife Haut sollten Harnstoff und Glycerin enthalten: Diese Stoffe sind in der Lage, Wasser in der oberen Hautschicht sehr stark zu binden und somit die Haut zu glätten. Zudem sollten Lichtschutzfaktoren enthalten sein. Gegen müde und abgespannte Haut sind Hautcremes mit Zusätzen von AHA-(Frucht)Säuren zu empfehlen, die zur Erneuerung der Hautzellen beitragen und die Haut wieder strahlen lassen.

Die Kosmetikindustrie entwickelt mittlerweile Pflegeserien für die reife und sehr reife Haut, die ganz speziell auf deren Bedürfnisse abgestimmt sind. Der Markt dafür wächst, allein in Österreich gibt es derzeit rund 800.000 Menschen, die über 60 Jahre alt sind. Die Kaufkraft dieser Gruppe liegt bei rund 14,2 Millionen Euro/Jahr. Hautpflege ist allerdings längst nicht mehr nur Frauensache, auch die Männer greifen gerne in den Cremetopf - und zwar in ihren eigenen. Auch hier hat die Industrie reagiert und eigene Pflegelinien für die reife männliche Haut entwickelt. Denn alt aussehen will heutzutage niemand - auch wenn wir alle immer älter werden . . .