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Schröders heikler Besuch

Von Martyna Czarnowska

Politik

Mit der Beisetzung von General Antoni Chruœciel, Pseudonym "Monter", begannen in der polnischen Hauptstadt die Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag des Warschauer Aufstands. Die Asche des Anführers des Aufstandes und seiner Frau Waleria wurde auf dem Soldatenfriedhof Pow¹zki bestattet. Zu den Feierlichkeiten am Wochenende reisen neben dem deutschen Kanzler Gerhard Schröder US-Außenminister Colin Powell und Großbritanniens stellvertretender Premierminister John Prescott an.


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Die Rede Gerhard Schröders wird in Polen mit Spannung erwartet. Es ist der erste deutsche Kanzler, der an den Veranstaltungen zum Gedenken an den Beginn des Warschauer Aufstands teilnimmt. Polens Staatspräsident Aleksander Kwasniewski hofft, dass Schröder während seines Besuchs die Entschädigungsforderungen vertriebener Deutscher klar ablehnt - "in einem Geist, der eine gute Zukunft in Europa aufbauen wird".

Schon in seiner Ansprache zum 60. Jahrestag des 20. Juli 1944 im Berliner Bendlerblock zog Schröder einen Bogen vom Stauffenberg-Attentat zum Warschauer Aufstand. Dieser sei ebenso "bleibender Teil der deutschen Geschichte"; ein Bekenntnis zur Verantwortung Deutschlands für die Verbrechen, die "von Deutschen und im deutschen Namen" begangen wurden, sei notwendig.

Des Kanzlers Aufgabe wird durch die Aktivitäten des deutschen Bundes der Vertriebenen (BdV) nicht erleichtert. Vor wenigen Tagen hat der BdV eine Gedenkveranstaltung zum 60. Jahrestag des Warschauer Aufstandes organisiert, was in Polen teils als "Provokation" empfunden wurde. Auch der Bau eines "Vertriebenenzentrums" in Berlin stößt auf breite Ablehnung. Schröder ist ebenfalls dagegen.