)
Der russische Ölunternehmer Michail Chodorkowski (41) und seine mitangeklagten Partner sind in einem Gerichtsverfahren in Moskau in ersten Punkten schuldig gesprochen worden. Chodorkowski und sein Geschäftspartner Platon Lebedjew hätten sich Gelder der Düngemittelfabrik "Apatit" angeeignet, indem sie Konzentrat billig gekauft und teuer im Ausland abgesetzt hätten.
Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 20 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.
Zudem hätten sie durch Betrug ein Aktienpaket eines Forschungsinstitutes erworben. "Wir haben nichts anderes erwartet", kommentierte Chodorkowskis Anwältin Karina Moskalenko den Schuldspruch.
Die weitere Verlesung des Urteils wurde auf Dienstag vertagt. Anwälte des früheren Besitzers des Ölkonzerns Yukos erklärten, angesichts des mehrere hundert Seiten langen Urteils werde das Strafmaß voraussichtlich nicht vor Mittwoch verkündet. Die Vorsitzende Richterin Irina Kolesnikowa erlaubte den Angeklagten, der Verlesung im Sitzen zuzuhören.
Die Justiz legt Chodorkowski Betrug, Steuerhinterziehung und Bildung einer kriminellen Vereinigung zur Last. Die Staatsanwaltschaft hat die Höchststrafe von zehn Jahren Gefängnis beantragt. Die Anwälte des Angeklagten plädierten auf Freispruch. Chodorkowski, dessen Vermögen einst auf 15 Milliarden Dollar (11,87 Mrd. Euro) geschätzt wurde, hat wiederholt seine Unschuld beteuert und den Prozess als Farce und politisch motiviert bezeichnet.
Vor dem streng bewachten Gerichtsgebäude demonstrierten rund 200 Unterstützer Chodorkowskis und riefen "Freiheit, Freiheit!". Einige der Demonstranten wurden festgenommen.
)
)
)