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Schulstreik auf dem Wüstenplaneten

Von Christina Böck

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Jetzt kann die berühmteste Schulschwänzerin der Welt nicht mehr die Schule schwänzen. Aus einem sehr einfachen Grund: Am Freitag hat Greta Thunberg ihren Schulabschluss gemacht. In Woche 251 der von ihr initiierten Schulstreiks. Deswegen hat sie auf Twitter eine Rekapitulation ihres nun schon sechs Jahre dauernden Einsatzes gepostet, wie sich aus ihrem mittlerweile berühmten selbstgemalten Schild "Skolstrejk för Klimatet" eine weltumspannende Bewegung geformt hat.

Das fällt in eine Woche, die nicht gerade gegeizt hat mit Meldungen, die Thunbergs Bemühungen mehr als rechtfertigen. Schon in den 2030ern - das ist in gerade einmal sieben Jahren - könnte die Arktis eisfrei sein. Eine einschlägig spezialisierte Journalistin hat dazu geschrieben: Als sie begann, sich mit der Materie zu beschäftigen, hieß es noch, das werde in den 2070ern passieren.

Nicht nur das zeigt, wie sich die Entwicklung dramatisch beschleunigt. Die Ozeane sind im heurigen Jahr bereits so warm wie nie zuvor. Das Phänomen El Niño hat begonnen. Und die Bilder, auf denen New York aussieht wie ein Wüstenplanet nach einem bedauerlichen Zwischenfall in einem Weltuntergangs-Science-Fiction-Film, die hat ja wohl nun auch jeder gesehen. Solche Bilder bringen wenigstens kurz Aufmerksamkeit für die Dringlichkeit der Klimakatastrophe. So wie es einmal ein Mädchen mit einem Schild gemacht hat. Thunberg wird übrigens weiter protestieren. Halt jetzt ohne Schulschwänzen.