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Saarbrücken. Am Deutschen Katholikentag in Saarbrücken legte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel ein inbrünstiges Bekenntnis zur EU-Verfassung ab: Er könne als Ratsvorsitzender den EU-Staaten nichts oktroyieren, doch wolle er als österreichischer Regierungschef seine Überzeugung zum Ausdruck bringen, dass die EU "einen besseren Text auch in zwei Jahren nicht finden wird", sagte er am Samstag Abend.
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Die von den Mitgliedsstaaten ausgearbeitete, nach den negativen Referenden in Frankreich und den Niederlanden jedoch auf Eis gelegte Verfassung macht laut Schüssel die Grundrechte der Bürger einklagbar, bekennt sich zum Ziel der Vollbeschäftigung, einer Sozialpartnerschaft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, weise den Menschen eine zentrale Stellung in Wirtschaft und Gesellschaft zu und sei "christlich inspiriert".
Schüssel zeigte Verständnis dafür, dass die Zahl von 18 Millionen Arbeitslosen in der EU und die Probleme der Globalisierung bei vielen Menschen Unbehagen auslösten. Die EU habe in der Vergangenheit ihr Hauptversprechen erfüllt, Frieden auf dem Kontinent zu sichern. Heute stehe sie vor der Aufgabe, "eine Balance zwischen den Grundsätzen der Subsidiarität und der Solidarität herzustellen", formulierte Schüssel. Das europäische Projekt sei "work in progress". Der Reichtum der EU liege in der Vielfalt. Der 96. Deutsche Katholikentag mit 26.000 Teilnehmern und rund 1000 Gästen aus mehr als 50 Ländern stand unter dem Motto "Gerechtigkeit vor Gottes Angesicht".
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