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Schwänzerzeiten

Von Christina Köppl

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Bevor das Schuljahr so richtig ins Rollen kommt, befasste sich arte bereits Dienstagabend mit einem Thema, das in vielen von uns eher Erinnerungen an die Schulzeit auslöst als Goethe, Schiller und seine Zeitgenossen: dem Schulschwänzen.

Schulschwänzer gibt es wahrscheinlich schon seit dem Bestehen der Schulen. Doch das Schulschwänzen war früher meist eine Mutprobe gegenüber Lehrern, Eltern und/oder Mitschülern, eine Art Sport, kaum jedoch eine Lernverweigerung.

Heute greift jedoch eine andere Art von Schulschwänzen um sich, die man leichthin als Schulmüdigkeit bezeichnet. Diese nimmt europaweit erschreckende Ausmaße an. Die Schulausbildung ist wichtiger denn je, daher sollte man diesem Phänomen Aufmerksamkeit schenken. Die Schule darf nicht mehr nur enzyklopädisches Wissen vermitteln, sondern den Kindern die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen mitgeben.

Schulverweigerung, so die Doku, ist keine "Null-Bock"- Haltung oder ein Ausdruck schlecht erzogener Kinder, wie häufig angenommen wird. Es ist in erster Linie ein Ruf nach Aufmerksamkeit und Wahrgenommenwerden. Der Schlüssel des Problems liegt vor allem bei Eltern und Erziehungsberechtigten, die oft zu früh die Flinte ins Korn werfen und die Verantwortung abschieben. Der Risikofaktor Schulschwänzen als alarmierender Indikator für einen Missstand bedarf sicherlich einer öffentlichen Diskussion, die allen Beteiligten klar machen sollte, dass die jungen Rebellen von heute nicht zu den Verlierern von morgen werden dürfen.