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Grün oder Blau. Blau oder Grün. Grün oder Blau. Irgendwie spiegelt die Leopoldstadt den Zustand wider, in dem sich das ganze Land seit Monaten befindet: Es wird Schwarzweißmalerei betrieben - und zwar in Blaugrün. Und das so intensiv, dass die Roten mittlerweile darauf vergessen haben, dass sie eigentlich keine Grünen sind: Konditioniert auf Hofer gegen Van der Bellen, Rechts gegen Links, hat man nun auch die Wahl im 2. Bezirk auf diese beiden Polaritäten zugespitzt. Dabei sollte es doch eigentlich nur um den zweiten Platz gehen. Oder war es so, dass sich die meisten SPÖ-Anhänger gedacht haben: Geht mich nichts an, also gehe ich erst gar nicht wählen? Das wäre zumindest eine Erklärung für die geringe Wahlbeteiligung.
Generell sagen ja die Meinungsforscher: Nein, die Wahlwiederholung in der Leopoldstadt hat nichts mit der Bundespräsidentenwahl zu tun. Hat sie auch nicht. Aber wenn die SPÖ am
4. Dezember eine ähnliche Mobilisierungkraft an den Tag legt wie ihre Kollegen am Sonntag im
2. Bezirk, dann wird nicht Grün gewinnen, sondern Blau.
Aber bekanntlich ist ja das mit dem Gewinnen bei uns so eine Sache: Nach dem Motto "Schauma amal" könnte ja die aktuelle Bezirksvertretungswahl noch ein weiteres Mal beeinsprucht werden. Warum, zeigt eine kurze Rechenübung: In der Leopoldstadt gibt es rund 72.000 Wahlberechtigte. Bei 35 Prozent Wahlbeteiligung haben also etwa 25.200 Menschen ihre Stimme abgegeben - fast 9000 für die Grünen und 7000 für die SPÖ. Etwa 7400 Wahlkarten wurden ausgegeben, rund 4900 sind zurückgekommen - von denen laut Neos ein Drittel ungültig sein könnte. Das wären immerhin an die 1600 Stimmen - die vielleicht für eine Veränderung des Wahlergebnisses reichen könnten. Und somit für eine Beeinspruchung.

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