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Schwierige Suche nach Wahrheit

Von Tamara Arthofer

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Was wäre die Konsequenz einer Armstrong’schen Lebensbeichte?


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Der Ruf nach der Wahrheit kommt reflexartig. Und das ist nach Jahren der Täuschung ebenso verständlich wie moralisch legitim. Doch was ist schon die Wahrheit, vor allem die ganze Wahrheit? Wenn Lance Armstrong gesteht, jahrelang aufgepumpt und vollgespritzt durch die Gegend geradelt zu sein, ist das die Wahrheit? Vermutlich. Aber eben nur ein Teil davon. Wäre es nicht viel eher wahrheitsgemäß, man würde sagen, das wahre Rennen hat abseits der Strecken stattgefunden, es war das Rennen der windigsten Ärzte, der Pharmaindustrie und ihrer radelnden Aushängeschilder - und alle haben mitgemacht, um artifizielle Helden zu schaffen, die sich gut verkaufen lassen? Das wird man vermutlich nicht von offizieller Seite hören.

Tamara Arthofer
Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

Und vor allem: Was wäre die Konsequenz einer Armstrong’schen Lebensbeichte? Dann müsste man ihm tatsächlich die sieben Tour-de-France-Titel aberkennen. Aber wem zusprechen? Etwa Jan Ullrich? Vielleicht keine so gute Idee. Alle Ergebnislisten ausradieren? Eine Möglichkeit. Aber zu welchem Zeitpunkt wieder anfangen? Bei Alberto Contador? Oder jetzt erst, wo sich der Radsport doch einen Selbstreinigungsprozess erhofft. Dass es den teilweise zuletzt gegeben hat und noch immer gibt, ist sogar richtig. Aber daran glauben zu wollen, dass es nie wieder einen gedopten Tour-de-France-Sieger (oder einen Sieger in einer anderen Sportart) geben wird, ist naiv. Zumindest das kann man mittlerweile getrost als Wahrheit annehmen.