)
Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 13 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.
Ein reibungsloser Übergang sieht anders aus. "Serafin pfeift auf Mörbisch", titelte der "Kurier" vor der Seefestspiel-Premiere am heutigen Donnerstag - und kredenzte eine saftige Beschwerde des Alt-Intendanten. Zwar habe ihn seine Nachfolgerin Dagmar Schellenberger zur Premiere des "Bettelstudenten" eingeladen - aber nicht mit Gattin. Des Affronts nicht genug: Im Rahmen eines "sehr österreichischen Abschieds" habe man ihm im Vorjahr eine billige Kaufhausuhr geschenkt. Und: Ihm wären "kleinlich zwei Monatsgagen gestrichen" worden.
Eine Frechheit natürlich - wenn’s stimmt. Wer seine Informationen aber nicht nur bei Serafin einholt, könnte auch anders denken - und einen Verdacht hegen: Dass Serafin nach 20 Intendantenjahren seine Nachfolgerin, vorsichtig gesagt, nicht unbedingt mit Wohlwollen verfolgt.
Wie es aus Mörbisch heißt, hätte der Ex-Chef sehr wohl auch eine Karte für seine Frau bekommen können. Serafin hätte jedoch ein Antwortschreiben verfasst, in dem er abgesagt und Schellenberger alles Gute gewünscht hätte. Was wiederum die "Kaufhausuhr" betrifft: Auch wenn die Geschichte stimmt, erscheint sie doch durch ein Faktum in einem entschieden milderen Licht - nämlich dass Serafins Abschied auch in einer vom Bundesland ausgerichteten Geburtstagsfeier in der Wiener Hofburg bestand. Und die "Monatsgagen"? Es handelte sich um einen Bonus. Er sollte für 140.000 Besucher fließen. Nicht 139.000.
Harald Serafin hat sich in seinem langen Leben viele Sympathien erarbeitet - und verdient. Seine mitunter wunderliche Art tat dem keinen Abbruch. Sein jetziges Verhalten könnte es sehr wohl.
)
)
)
)