)
Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 8 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.
Wenn Frauen auf den Ski steigen, kann schnell einmal etwas passieren. Das ist jetzt kein böses sexistisches Vorurteil, sondern eine wissenschaftliche Tatsache. Zumindest wenn man dem Tiroler Sportwissenschafter Martin Posch Glauben schenkt. Denn wie der Doktorand an der Uni Innsbruck behauptet, würden Frauen im alpinen Skilauf doppelt so häufig eine Knieverletzung erleiden wie Männer. Als Grundübel benannte Posch, der seine Forschungen auf Laborversuche und empirische Daten stützt, seltener auslösende Skibindungen. "80 Prozent der Frauen mit einer Knieverletzung gaben an, dass sich ihre Bindung zum Zeitpunkt des Sturzes nicht gelöst hat, bei den Männern sind es nur 60 Prozent", erklärt der Forscher. Das Problem sei, "dass entsprechend der ISO-Norm eine Frau und ein Mann mit vergleichbarem Skikönnen, Alter, Größe und Gewicht dieselben Bindungseinstellungen erhalten" - und das sei eben falsch. Geht es nun nach Posch, lässt sich die Gefahr aus der Welt schaffen: Dafür müsste man nur die Ski der Damen um 15 Prozent sensibler einstellen als bei den Herren.
Was nun auf den ersten Blick ja durchaus plausibel und logisch klingt, mag vielleicht für den Breitensport, wo der Ski beliebig um- und eingestellt werden kann, Sinn ergeben. Nicht so aber im Spitzensport, wo die Skier kaum Möglichkeit für eine Justierung lassen und bis zum Anschlag festgezogen werden, um nur ja nicht beim geringsten Schlackern des Brettels verlustig zu gehen. Was sicher vernünftig ist - siehe etwa im Fall von Max Franz in Kitzbühel -, könnte man aber mit Blick auf die Gesundheit dennoch weiterdenken. Vielleicht wäre ja eine sensiblere Bindung für alle Ski-Stars vorbeugend gar nicht so schlecht. Immerhin sind sie nicht nur eines viel größeren Risikos ausgesetzt als der Otto Normalskifahrer, sondern haben auch etwas zu verlieren: im Ernstfall eine ganze Saison.

)
)
)