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Das Land braucht dringend höhere Investitonen. | Belgrad/Wien. Ausschlaggebend für den Wahlsieg der pro-europäischen Demokratischen Partei (DS) des serbischen Präsidenten Boris Tadic dürfte neben dem Stabilisierungsabkommen mit der Europäischen Union auch - als einer von vielen Faktoren - die kürzliche Einigung mit dem italienischen Autokonzern Fiat zur Übernahme des serbischen Automobilherstellers Zastava gewesen sein.
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Zuvor hatte der unklare politische Kurs über Monate hinweg die Wirtschaft belastet. Aus der aufstrebenden Volkswirtschaft habe er einen "roulette-mäßigen Markt" gemacht, wie es Ralph Luther, Balkanexperte der Privatbank Berenberg, in der "Financial Times Deutschland" beschreibt.
Seit 2005 war die serbische Wirtschaft um jährlich 5,8 Prozent gewachsen, die Löhne um bis zu 25 Prozent (auf 387 Euro Brutto) gestiegen. Im "Brückenkopf" Belgrad kreuzen sich Schifffahrtswege, Eisenbahnlinien und Straßen, die Westeuropa mit Kleinasien verbinden. Mit der Hilfe der Europäischen Investitionsbank (EIB) will man 1,5 Mrd. Euro für Autobahnen bereitstellen.
Vorsichtige Konzerne
Vorausgesetzt, der Demokraten-Sieg reicht zur Bildung einer prowestlichen Regierung. Fehlt die Hinwendung nach Europa, könnte die Vision platzen. Die Regierung rechnet heuer mit Investitionen von drei Milliarden Euro. Eine Milliarde davon wurde allerdings von ausländischen Investoren und Konzernen zurückgehalten, hatte Wirtschaftsminister Mladjan Dinkic im April bestätigt.
Nur Milliarden-Investitionen können Serbiens Wachstum sichern, betonte Miroslava Beham, Botschafterin Serbiens in OSZE und UNO, kürzlich vor Journalisten in Wien. Sie verwies auf diverse Handelsabkommen (Balkanfreihandelszone, Abkommen mit Russland) und eine Flat Tax von 10 Prozent.
Vor allem bei Rohstoffen, im Industrie-Sektor und in der Landwirtschaft gebe es Chancen. Dem gegenüber stünden eine Arbeitslosigkeit von 20 Prozent und Desillusionierung in der Bevölkerung. Beham: "70 Prozent sind für die EU-Integration. Es ist aber nicht einfach, den Serben zu vermitteln, dass die EU ihnen freundlich gesinnt ist, denn in der UNO gibt es keinen Staat, dem Teile seines Territoriums weggenommen wurden ohne seine Zustimmung." Seite 3

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