Zum Hauptinhalt springen

Sicher stechen

Von Steve Pierce

Recht
Steve Pierce ist Piercer in Deutschland und hat das Migränepiercing sowie die Piercingpunktur entdeckt. Der Text entstand in Zusammenarbeit mit dem diplomierten Krankenpfleger mit langjähriger Piercingerfahrung Gerald Karner von Die Klinik aus Österreich.
© privat

Die sieben wichtigsten Piercing-Regeln.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 1 Jahr in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Piercings sind voll im Trend, bei allen Altersklassen. Aber auch beim Piercen gibt es Modetrends. Einmal ist dieses Piercing modern und dann wieder ein anderes. Eines sollte beim Piercen aber immer sein: sicher. In Österreich ist das Piercing-Gewerbe streng geregelt. Die Studios müssen bestimmte Regeln einhalten und dabei stets mit Kontrollen durch die Aufsichtsbehörden rechnen. Nicht jeder darf und kann piercen.

Jedes Studio benötigt einen offiziellen Gewerbeschein und muss sich einmal im Jahr von einem unabhängigen Hygieneinstitut überprüfen lassen. Wird diese Überprüfung bestanden, bestätigt ein sogenannter Unbedenklichkeitsnachweis, dass das Studio alle Hygieneauflagen erfüllt. Wer sich sein erstes Piercing stechen lassen will, sollte die folgenden sieben Regeln kennen, um ein gutes und seriöses Studio zu finden:

Hygienisches Erscheinungsbild und angenehmes Ambiente: Das Studio macht einen sauberen und gepflegten Eindruck. Gewerbeschein und Unbedenklichkeitsnachweis liegen im Studio zur Einsicht auf und sind aktuell und gültig. Der Piercer beantwortet alle Fragen und kann eine langjährige Erfahrung vorweisen.

Einverständniserklärung: Piercings sind operative Eingriffe, bei denen es sich juristisch gesehen um Körperverletzung handelt. Daher ist es wichtig, dass vor der Durchführung eine Einverständniserklärung unterschrieben wird, mit der in die Körperverletzung eingewilligt wird und sich das Studio im gleichen Zuge verpflichtet, alle gesetzlichen Vorschriften einzuhalten und über alle Risiken und die Nachsorge aufzuklären. Bei Minderjährigen ist zwischen dem 14. und 18. Lebensjahr zusätzlich die Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten erforderlich. Piercings bei unter 14-Jährigen sind aufgrund der gesetzlichen Vorschriften gänzlich verboten.

Separater Piercing-Raum: Um ein Piercing unter hygienisch einwandfreien Bedingungen durchführen zu können, ist es erforderlich, dass dies in einem separaten Raum, der von anderen Bereichen abgetrennt ist, passiert.

Sterile Arbeitsweise: Um beim frischen Piercing Komplikationen zu vermeiden, ist perfekte Hygiene unabdingbar. Daher darf nur mit sterilen Materialien gearbeitet werden. Man sollte den Piercer genau beobachten und darauf achten, dass alle benötigten Werkzeuge und Utensilien aus einer speziellen Verpackung entnommen und auf einer sterilen Unterlage bereitgelegt werden, bevor sie mit dem Körper in Berührung kommen. Im Zweifel sollte man nachfragen und bei Unklarheiten zur eigenen Sicherheit aufstehen und nach Hause gehen.

Geeigneter Schmuck für den Ersteinsatz: Genauso wichtig wie die hygienische Arbeitsweise ist der Einsatz eines hochwertigen, verträglichen Schmuckstücks. Gute Piercer arbeiten mit geeignetem Ersteinsatz aus Materialien wie PTFE (medizinisch flexiblem Kunststoff) oder Titan, die dabei helfen, dass das Piercing rasch und unkompliziert abheilt. Auch der Ersteinsatzschmuck sollte ebenso wie das Piercingwerkzeug steril und separat verpackt sein.

Pflegetipps inklusive: Ein frisch gestochenes Piercing muss so sorgfältig behandelt werden wie eine Wunde. Damit der Heilungsprozess optimal ablaufen kann, geben seriöse Piercer ihren Kunden entsprechende Pflegetipps auf den Weg, die erprobt sind und zu einem guten Ergebnis beitragen. Zusätzlich sollten die Pflegehinweise in Papierform zum späteren Nachlesen mitgegeben werden.

Nachsorgetermin und kostenfreie Checks: Wer sichergehen möchte, dass der Heilungsprozess gut verläuft, sollte diesen nach einiger Zeit nochmals vom Piercer kontrollieren lassen. Bietet ein Studio kostenfreie Nachsorgetermine an, ist das ein großes Plus. Aber auch dann, wenn man bei Problemen mit dem Piercing jederzeit per Telefon oder Mail Rat und Hilfe bekommt, hat man einen guten Piercer gefunden.

Sie sind anderer Meinung?

Diskutieren Sie mit: Online unter www.wienerzeitung.at/recht oder unter recht@wienerzeitung.at