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Sicherheitswache: Neues Arbeitszeitmodell ab 2001

Von Eva Steinkellner

Politik

Bis 1. Jänner 2001 schreibt das Regierungsprogramm ein neues Arbeitszeitmodell für die Sicherheitswache vor. Für lange Debatten bleibt nicht viel Zeit. Eine am Mittwoch in Wien veranstaltete Enquete hat sich diesem Thema gewidmet. Bereits verwirklichte Modelle im Pflegepersonalbereich und beim nordrhein-westfälischen Polizeidienst zeigen mögliche Wege auf.


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"Österreich ist mit der Debatte über flexible Arbeitszeiten hintan", bringt Emmerich Bachmayer vom Ministerium für öffentliche Leistung und Sport die Problematik auf den Punkt. Alternative Arbeitszeitmodelle, die das bestehende Modell bei der Sicherheitswache ablösen sollen, sind rar. "Eine totale Offenheit, also keine wie immer geartete Regelung, so wie sie bei Richtern oder Hochschullehrern im Einsatz ist, ist mit Vorsicht zu genießen und nur schwer im Sicherheitsdienst umsetzbar", so Bachmayer. Ebenso könne das Modell der qualifizierten Gleitzeit nur eine Anregung sein. "In Zukunft ist es notwendig, nachfrageorientierte Arbeitszeiten einzuführen", meinte Bachmayer.

Das Arbeitszeitmodell für den Pflegedienst, so wie es im Kaiserin-Elisabeth-Spital gehandhabt wird, könnte Lösungsvorschläge liefern. "Entscheidende Veränderungen gab es beim Einsatz des Personals - nämlich nach den Anforderungen der Arbeitsintensität", bilanzierte Elisabeth Jedelsky, Oberschwester des Krankenhauses. Daraus resultierte eine Änderung der Dienstpläne, die flexibler gestaltet wurden.

In Nordrhein-Westfalen wurde bei der Polizei ein dezentrales Schichtdienstmanagement eingeführt. Polizeioberrat Jürgen Mathies vom dortigen Innenminsterium appellierte vor allem an eine eigenverantwortliche Planung der Arbeitszeit in den jeweiligen Organisationseinheiten. Wie im Wiener Spital bereits eingeführt, setzt auch die nordrhein-westfälische Polizei auf belastungsbezogene Besetzung. "Eine bedarfsgerechte Funktionsbesetzung erfordert die Erstellung von konkreten Plänen", so Mathies. Mit Hilfe dieser Pläne wird genau ausgelotet, wann und wo ein erhöhter Einsatz erforderlich ist, beispielsweise in Tourismusgebieten oder bei saisonbedingten Anforderungen.

Trotz der größtmöglichen Flexibilität in der Arbeitszeit, gibt es bei der nordrhein-westfälischen Sicherheitswache Rahmenbedingungen. So hat ein Angestellter das Recht auf mindestens 28 aber maximal 48 Wochenstunden. Außerdem soll die Schichtlänge auf sechs Stunden reduziert werden. "Ob Österreich in nur einem halben Jahr diesen Aufwand an Veränderungen schafft, ist fraglich", meint Mathies.

Dass ein neues Arbeitsmodell heftige Diskussionen auslösen werde, darauf sei Verlass, bereitete Mathies die Beamten auf den kommenden Herbst vor. Denn spätestens dann soll mit konstruktiven Vorschlägen gearbeitet werden. Emotionelle Debatten wird u.a. das Thema "Überstunden" auslösen, denn immerhin verdient ein durchschnittlicher Exekutivbeamter an Überstunden rund 6.000 S monatlich, so Bachmayer.