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Sieger im Match gegen "Blau"

Von Brigitte Pechar

Politik

"Die ÖVP wird es schaffen", zeigte sich Vizekanzler ÖVP-Obmann Wolfgang Schüssel gestern vor der Stimmabgabe in Wien-Hietzing optimistisch, dass sich sein Wahlkampfeinsatz gelohnt hat und ihm der | angekündigte Gang in die Opposition erspart bleiben wird. Wie schon 1995 wählte Schüssel mit seiner Frau Krista und seinem 13-jährigen Sohn Daniel in der Rohrbacherstraße 21, im "Gasthaus zum | lustigen Radfahrer".


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Passend zum Ort des Geschehens kamen der Vizekanzler, seine Frau Krista und sein Sohn Daniel mit dem Fahrrad zum Wahllokal. Das Outfit Schüssels war entsprechend sportlich und ohne das obligate

Mascherl, das er in letzter Zeit offiziellen Auftritten vorbehält. Nach einem ausgedehnten Frühstück und dem sonntäglichen Kirchgang schritt Schüssel gestärkt und gut gelaunt zum Votum. Nach den

Umfragen der vergangenen Tage sei er sehr optimistisch, die FPÖ schlagen zu können, erklärte er gegenüber der "Wiener Zeitung". Ein finnisches Sprichwort zitierend verwies der VP-Obmann auf

seinen vollen Einsatz während der letzten Wahlkampftouren: "I did what a man and a horse can do". Die ersten Hochrechnungen von gestern Mittag, denenzufolge die ÖVP ein Mandat zulegen könnte,

bestätigten diesen Optimismus.

Auch was die Wahlbeteiligung betrifft, ließ sich zur Zeit der Stimmabgabe Schüssels · 11.30 Uhr · bereits ein Positivtrend ablesen. Im Heimatbezirk Schüssels waren bis dahin zwei Drittel der

Wahlberechtigten wählen, wie der Hietzinger ÖVP-Bezirksparteiobmann Roderich Regler seinem Chef und Vorgänger mitteilen konnte. Er wünsche sich jedenfalls, dass ihm das Hietzinger Ergebnis sofort

nach Ermittlung in die Parteizentrale gemeldet werde, wo Schüssel ab 16.00 Uhr sein wollte. Zuvor war noch ein ausgedehntes Mittagessen mit der Familie angesagt.

Nach der Stimmabgabe, zu der wie 1995 sein Sohn Daniel mitgehen durfte, genehmigte sich Schüssel gemeinsam mit Regler und ÖVP-Gemeinderätin Ingrid Lakatha noch einen Großen Braunen · unter

Blitzlichtgewitter zahlreicher in- und ausländischer Kameraleute. Noch am Samstagabend hatte sich der Vizekanzler ein Handballmatch zwischen der Union West Wien und den "Blauen", wie die

Handballmannschaft von Bruck/Mur genannt wird, angeschaut. Symbolisch sei dieser Wettstreit gewesen, denn in der ersten Halbzeit seien die "Blauen" noch mit 9:12 vorne gelegen, in den letzten 15

Minuten habe sich alles umgedreht, die "Blauen" hätten schließlich 24:21 verloren.

Er habe jedenfalls ein sehr gutes Gefühl, denn in den "letzten Tagen haben wir zugelegt". Im übrigen könne man dem Staat auf vielfache Weise "dienen, man muss dafür nicht unbedingt in der Regierung

sein".