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Möglicherweise sind wir selbst mit daran schuld, wenn die österreichische Wirtschaft den Bach runtergeht.
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Ist billig wirklich billig, oder ist billig am Ende doch teuer?
Was macht unsere Wirtschaft wirklich kaputt? Ist es fünf nach zwölf für unser Land, oder sind wir doch noch zu retten? Die Zeitungsmeldungen überschlagen sich täglich mit den Themen Sparen, Wirtschaftsaufschwung oder -abschwung. Ist es noch möglich, die Notbremse zu ziehen? Die verantwortlichen Politiker haben ein Sparpaket geschnürt - wird das genügen? Viele von uns stellen sich täglich beim Zeitunglesen diese Frage.
Ein Unternehmer, der sein Unternehmen führt wie unsere Politiker den österreichischen Staat bisher, ist entweder im Konkurs oder hinter Gittern. Unsere Politiker wechseln sich nach dem Motto "Hinter uns die Sintflut" (Staatsbankrott) ab. Man kann nur bei den Ausgaben einsparen und nicht neue Einnahmen suchen, außer man hat nicht rechnen gelernt.
Die großen Firmen kommen nach der Reihe in Schwierigkeiten. Ich zähle keine Namen auf, jeder kennt sie. Und wie viele Firmen werden noch nachfolgen?
Dabei kann ich einen Gedanken nicht gänzlich zur Seite schieben: Sind wir nicht selbst mit daran schuld? Ruinieren wir mit unserem Konsumverhalten nicht ebenfalls die Wirtschaft systematisch? Jeder von uns muss mit seinem Geld haushalten. Schon aus Vernunftsgründen kann oder sollte niemand seinen finanziellen Rahmen überziehen. Wir wissen, welche Konsequenzen das hat. Dem kleinen Mann borgt niemand unbegrenzt Geld.
So suchen wir täglich in der Werbung nach Sonderangeboten. Und die gibt es haufenweise. Jeder Supermarkt lockt Einkäufer mit 25-Prozent-Tagen. Die Baumärkte buhlen mit Rabatten um jeden einzelnen Kunden. Auf der Straße gibt es die Gratis-Tageszeitungen. (Und wir parieren, brav wie die Kleinen.)
Der Handel macht kurzfristige Gewinne. Ohne nachzudenken kaufen wir alles, solange es nur günstig ist. Aber ist es das auch?
Ist billig wirklich billig, oder ist billig am Ende doch teuer?
Die Insolvenzen kosten auch die Allgemeinheit Geld. Wenn ein Großunternehmen in Schwierigkeiten kommt, muss meistens irgendwann der Staat einspringen, um die gefährdeten Arbeitsplätze zu sichern.
Die Banken benötigen den Staat, um die Sicherheiten zu gewährleisten. Und wer ist der Staat? Natürlich sind das wir, die Steuerzahler, die Sparer.
Wenn der Staat - was wir alle nicht hoffen - eines Tages zahlungsunfähig wird, werden uns die Banken unsere Spareinlagen nicht mehr garantieren können. Die würden sich vielleicht gerade dafür ausgehen, den österreichischen Staat wieder flottzumachen.
Wir sollten umdenken und nicht immer das günstigste Angebot wählen. Auf Dauer ist nämlich Qualität billiger, für den Einzelnen genauso wie für die Allgemeinheit. Qualität sollte also vor Quantität gehen. Und wir sollten rasch handeln, in der Sekunde und nicht erst in ein paar Jahren. Denn wir können die Zeit nicht anhalten.

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