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Skandale statt Sport

Von Tamara Arthofer

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Tamara Arthofer
Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

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Das Schwergewichtsboxen führt sich langsam, aber sicher selbst ad absurdum. Schlimm genug, dass es kaum mehr gute Schwergewichtsboxer und spektakuläre Kämpfe gibt, jetzt treten auch noch ein selbsterklärter Pensionist und ein nach etlichen Skandalen gesperrter Boxer gegeneinander an. David Haye gegen Dereck Chisora lautet das Duell am 14. Juli im Fußballstadion von West Ham United.

Dass Chisora vom Weltverband WBC auf unbestimmte Zeit gesperrt wurde, ist im undurchschaubaren Dickicht der Verbände relativ wurscht, dass beide Briten keine britische Lizenz haben und nun auf britischem Boden gegeneinander kämpfen, auch. Dann holt man sich eben schnell eine von woanders, in diesem Fall aus Luxemburg.

Und den Massen gefällt’s. Schon die Prügelei, die sich die beiden am Rande des Kampfes Chisoras gegen Witali Klitschko im Februar geliefert haben, hat für mehr Gesprächsstoff gesorgt als der eigentliche WM-Fight. Nun zelebrieren die beiden den geplanten Kampf als Hassduell, schon bei der Pressekonferenz, die im Wesentlichen aus einem Sammelsurium der üblichen gegenseitigen Beleidigungen bestand, waren sie durch einen hohen Zaun getrennt.

Geschmackvoll muss man das nicht finden. Aber legal ist es, zumal beim Boxen organisatorisch so ziemlich alles erlaubt ist, was dem Geschäft dienlich ist. Und das wird zweifellos der Fall, das Stadion ausverkauft sein. Skandale ziehen eben immer noch mehr als sportliche Klasse. Von Werten ganz zu schweigen.