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Skigebiete auf der Jagd nach neuen Rekorden

Von Sophia Killinger

Wirtschaft

Start in die Wintersaison: Aufgrund der Minusgrade können einige Skigebiete den Liftbetrieb früher als geplant aufnehmen.


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Wien. Nach dem Frühlingswetter im November hat der Wintereinbruch vor allem im Westen Österreichs für die ersten ergiebigen Schneefälle gesorgt. In den Skigebieten wurden die Schneekanonen angeworfen, um den weißen Teppich für die Wintersportler auszurollen. Mit dem ersten Advent starten zahlreiche Skigebiete in die Wintersaison. Früher als erwartet beginnt am Hochkar und in Lackenhof am Ötscher in Niederösterreich der Liftbetrieb. Die Kaltfront hat rund 30 Zentimeter Neuschnee gebracht. Derzeit werden die Pisten präpariert, damit Wintersportler am Samstag und Sonntag je zwei Lifte nutzen können. Ab 4. Dezember beginnt der durchgehende Betrieb.

Hinterstoder und Wurzeralm in Oberösterreich starten zum ersten Advent ebenso wie Schladming-Dachstein und Stuhleck in der Steiermark in die Saison. Am Semmering laufen die Beschneiungsanlagen seit einigen Tagen auf Hochtouren. Der Winterstart mit allen Anlagen der Bergbahnen ist für 5./6. Dezember geplant. "Ein Winterstart ohne ausreichend Schnee und künstliche Beschneiung würde sich natürlich auf alle Betriebe der Region auswirken, da die gesamte Gastronomie und die lokale Wirtschaft am Tourismuszweig hängen", sagt Bettina Wülfrath von den Semmering Hirschenkogel Bergbahnen. Tagesskifahrer machen hier 68 Prozent aus, am Hochkar und am Ötscher ist jeder zweite Skifahrer ein Tagesskifahrer.

Größe als wichtiges Argument

Deutlich stärker auf Urlauber setzt hingegen das Skigebiet Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn. Am Samstag startet dort der Skibetrieb, mit dem offiziellen Saisonstart am 3. Dezember gehen alle Hauptanlagen in Betrieb. Durch den Zusammenschluss mit Fieberbrunn verbindet das Skigebiet ab dieser Saison Salzburg und Tirol. Dafür wurde eine Zehn-Personen-Gondelbahn gebaut. Skifahrer können eine der längsten Skirunden der Alpen fahren: Für die 55 Kilometer lange "Skicircus-Challenge" sollte man sechs Stunden einplanen.

Im Wettbewerb um ausländische Urlauber ist die Größe ein wichtiges Argument. "Für die meisten Wintersporturlauber aus Europa in Österreich ist die Größe eines Skigebiets das Entscheidungskriterium Nummer eins, wie eine Gästebefragung ergeben hat", sagt Wolfgang Quas, Marketingleiter beim Tourismusverband Saalbach Hinterglemm. Mit insgesamt 270 Kilometern an Schneesportabfahrten bezeichnet sich der Skiverbund als das größte zusammenhängende Skigebiet Österreichs. Geprüft wurden die Pistenkilometer durch Christoph Schrahe von Montenius Consult - auch Kitzbühel hat das Siegel "Geprüfte Abfahrtslänge" und kommt auf 209 Kilometer.

Ein einheitlicher Standard für alle Skigebiete bei der Berechnung der Pistenkilometer existiert nicht. Die Skiwelt Wilder Kaiser Brixental bietet laut eigenen Angaben "über 280 ehrliche und perfekt präparierte Pistenkilometer". Die Skiwelt Amadé in Salzburg, nach Eigenangaben Österreichs größter Ski-Verbund, bietet 760 Pistenkilometer, die aber nicht durch Lifte verbunden sind.

Die Skigebiete überbieten sich mit Superlativen, um potenzielle Gäste auf sich aufmerksam zu machen. Gefeiert wird die offizielle Eröffnung in Saalbach Hinterglemm mit der "höchstgelegenen Polsterschlacht der Alpen". Die Zillertal Arena eröffnet die längste Talabfahrt Österreichs mit 10 Pistenkilometern und 1930 Höhenmetern. Damit ist die Talabfahrt Zell am Ziller - mit dem Namen "HöhenFresser-Tour" - laut den Zeller Bergbahnen Zillertal österreichweit die Piste mit dem größten Höhenunterschied.

Liftkarten werden teurer

Kräftig investiert wird nicht nur in Lifte, sondern auch in Beschneiung. Künstliche Beschneiung wird laut Wülfrath von den Semmering Hirschenkogel Bergbahnen immer wichtiger, "da niederschlagsarme und relativ warme Winter ohne Beschneiung zu massiven wirtschaftlichen Problemen führen würden". Besonders wichtig für Liftbetreiber sei es, dass ein ausreichender Schneeteppich für Weihnachten und Neujahr produziert werden kann.

Die Millioneninvestitionen schlagen sich in den Preisen für Liftkarten wider: In Saalbach Hinterglemm, Kitzbühel, Ischgl und am Arlberg kostet eine Erwachsenen-Tageskarte in der Hochsaison 51 Euro. Am Hochkar und in Lackenhof sind die Preise gegenüber der Vorsaison um einen Euro auf 37 Euro gestiegen, am Semmering kostet eine Tageskarte bis zu 35 Euro. Günstigere Preise gibt es in der Nebensaison und teilweise an Wochentagen.