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Herausforderin holt unerwartet viele Stimmen. | Amtsinhaber Gasparovic ist Sieger der ersten Runde. | Pressburg. Stichwahlen sind in der Slowakei nichts Ungewöhnliches, wenn es um das Amt des Staatspräsidenten geht. Das liegt im System begründet: Wer gleich in der ersten Runde zum Staatsoberhaupt gewählt werden will, muss mindestens die Stimmen einer absoluten Mehrheit aller Wahlberechtigten auf sich vereinigen, was bei einer zumeist sehr niedrigen Wahlbeteiligung oft graue Theorie bleibt.
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Am Samstag gingen 43,64 Prozent aller Wahlberechtigten an die Urnen, um ihren vierten Staatspräsidenten zu wählen. Amtsinhaber Ivan Gasparovic kam dabei auf 46,708 Prozent, die Zweitplatzierte Iveta Radicová auf 38,053 Prozent und die anderen fünf Kandidaten auf zusammen 15,2 Prozent der Wählerstimmen. Gasparovic, der von den beiden Regierungsparteien Smer-SD und SNS unterstützt wurde, und Radicová, die von drei bürgerlichen Parteien nominiert worden war, treten nun am 4. April zur zweiten Wahlrunde an. Dabei wird Präsident, wer am Ende die Mehrheit der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigt.
Enttäuschter Favorit
Gasparovic erklärte sich unmittelbar nach Bekanntwerden des vorläufigen Wahlergebnisses zum Sieger. Ihm war jedoch die Enttäuschung darüber anzumerken, dass sein Vorsprung auf Radicová deutlich geringer ausgefallen war, als dies nach Umfragen zu erwarten gewesen war. Radicová wiederum konnte den unerwarteten Erfolg kaum fassen. 8,65 Prozent lagen zwischen ihr und Gasparovic, so wenig wie noch nie zuvor zwischen dem Sieger und dem Zweitplatzierten des ersten Wahlgangs.
Die zuvor als Außenseiterin gehandelte ehemalige Sozialministerin und Soziologieprofessorin aus Pressburg habe nun eine reale Chance, am Ende Staatsoberhaupt zu werden, meinen Experten. Bei der Koalitionsregierung in Pressburg lässt das die Alarmglocken schrillen. Vertreter der SNS von Ján Slota und der Smer-SD von Ministerpräsident Robert Fico attackieren Radicová einhellig als "Verteidigerin nationaler ungarischer Kräfte", ein nicht zuletzt wegen des angespannten slowakisch-ungarischen Verhältnisses stets wiederkehrendes und höchst bedeutsames Argument in politischen Auseinandersetzungen. Tatsächlich stieß Radicová in der slowakischen Hauptstadt und in der überwiegend von Angehörigen der ungarischen Minderheit bewohnten Südslowakei auf Zuspruch.
In der Slowakei ist es üblich, dass im ersten Wahlgang unterlegene Kandidaten Empfehlungen für die Stichwahl geben; diese werden als wirkungsvoll eingestuft. Im Fall von Radicová gilt eine Empfehlung von Frantisek Miklosko, einem weiteren bürgerlichen Kandidaten, als hilfreich; dieser hält sich jedoch bedeckt. Für Gasparovic sprach sich Milan Sidor, Kandidat der KP, aus.
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