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So eine große Auktionsauswahl

Von Christina Böck

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Gerhard Richter wird das vielleicht mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen. Sein Portemonnaie vielleicht nicht so. Der Künstler, der die horrenden Preise, die für seine Bilder gezahlt werden, als schockierend bezeichnet, ist heuer nicht einmal vertreten auf der Liste der zu Rekordpreisen verkauften Kunstwerke des Jahres. An der Spitze ist da heuer ein Claude Monet, der 76 Millionen Euro bei Christie’s brachte. Viel Geld, das schon, aber deutlich weniger als zuletzt üblich. 2015 waren noch Werte über 100 Millionen Euro an der Tagesordnung. Es ist also eingetreten, was der "Art Market Report" der Kunstmesse Tefaf in Maastricht schon im Frühling prophezeit hat: eine "unvermeidliche Abkühlung" nach dem nachgerade unwirklich spektakulären Wachstum der vergangenen Jahre.

Der Europa-Chef von Sotheby’s, Philip von Württemberg, meint, die angespannte Lage auf dem Finanzmarkt und in der Weltpolitik mache die Kunden selektiver.

Gut, dass es so viel mehr zu selektieren gibt am Auktionsmarkt. Und da durchaus auch Lose, mit denen man rein praktisch gesehen mehr anfangen kann als mit so einem Kunstwerk. Zum Beispiel wurde heuer ein Teil der alten Wendeltreppe des Eiffelturms versteigert. Er ging für eine halbe Million Euro an einen asiatischen Käufer. Auch die Fliegerhaube von Charles Lindbergh kam 2016 unter den Hammer. Und zuletzt gab es noch einen besonderen Leckerbissen: die Pistole, mit der der Dichter Paul Verlaine seinen Kollegen und Liebhaber Arthur Rimbaud erschießen wollte. Man weiß ja nie, wofür man die noch brauchen kann.