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So gut war das aber auch wieder nicht!

Von Christina Böck

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Man kennt das ja. Es gibt nichts Gutes, das nicht auch irgendwie schlecht wäre. Tiramisu zum Beispiel. Schmeckt gut, macht aber dick. Oder Stroboskoplicht zum Beispiel. Macht auch Spaß, kriegt man aber Migräne davon.

Jedenfalls verhält sich das offenbar ähnlich bei Buchpreisen. Also im Sinn von literarischen Auszeichnungen. Booker Prize, Pulitzer Preis, Prix Goncourt, wie sie alle heißen. Wer dafür nominiert ist, der muss sich nun Sorgen machen. Eine Studie hat nämlich festgestellt, dass Bücher, die mit einem Literaturpreis geehrt wurden, zwar in der Folge deutlich mehr gekauft werden, dafür aber gleichzeitig in der Lesergunst drastisch abstürzen. So musste Julian Barnes’ Roman "The Sense of an Ending" nach dem Booker-Prize-Gewinn harsche Kritik auf Leserkritiker-Foren einstecken. Einer der Leser schrieb: "Selten hat mich ein Buch so wütend gemacht." Ein anderer warnte die Lesekollegen, dass dieses Buch den herrschenden Hype nicht verdiene.

Eine große Überraschung ist das Ergebnis der Studie nicht. Denn dass eine Auszeichnung höhere Erwartungen bringt, als wenn ein Buch keine Auszeichnung bekommen hat, ist ja klar. Der Grund, den Studienautorin Amanda Sharkey nennt, ist freilich ein anderer: "Offenbar mögen Menschen, die gerne ausgezeichnete Bücher lesen, gar keine Bücher, die so geschrieben sind, dass sie ausgezeichnet werden." Das mag schon sein. Es kann aber auch sein, dass vor allem überkritische Menschen gerne ausgezeichnete Bücher lesen, damit sie etwas zu kritisieren haben. Alle anderen lesen lieber in Ruhe, statt im Internet herumzunörgeln.