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Sorglos ins Alter?

Von Francesco Campagner

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Die Zeiten werden härter. Die Wiener Gebietskrankenkasse verringert den Zuschuss für Zahnprothesen - und wer länger arbeiten will, muss schon selbst für seine tadellosen "Dritten" sorgen.

Die Diskussion um das Pensionsalter und Abschläge für Schwerarbeiter geht weiter, und die Zollfahnder wollen Zigaretten-"Eigenimporte" auch in Zeiten der Osterweiterung unterbinden.

Wer sorglos an einem heißen Sommerabend fernsieht, erfährt, dass auch die heimische Welt keine Insel der Seligen mehr ist. Doch während die Nachrichtensendungen die gegenwärtigen Probleme deutlich zeigen, vermittelt die Werbung, der Hauptlieferant für Lebenshilfetipps, oft ein zweideutiges Bild. Etwa mit der Reklame für ein Lebenselixier, das das Leben ab 50 erträglich machen soll. Zu sehen ist ein Paar im - für die ÖBB weiterhin - pensionswürdigen Alter. Welche Mittelchen die beiden erst mit 60 benötigen, um Freude am Dasein zu haben, blieb offen.

Danach der nächste Tiefschlag: Ein Mädchen liest dem Vater ein Märchen vor, dieser starrt ins Leere. Es handelt sich dabei um Werbung gegen den Schlaganfall im besten Mannesalter. Hoppla, das Leben kann auch schon mit 40 gefährlich sein!

Davor der sommerliche Gruftie-Spot mit den markanten "Ich hob gsogt, du host gsogt"-Sätzen, um Jugendliche vor dem Unfalltod nach Alkoholkonsum zu bewahren.

Wenn es nach der Werbeindustrie geht, brauchen wir uns um die Pensionen durchaus keine Sorgen mehr zu machen.