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Rafael Correa könnte als Präsident bestätigt werden. | Quito. Ecuador steht vor einem Super-Wahlsonntag. 10,5 der rund 14,5 Millionen Einwohner sind aufgerufen, am 26. April zu den Urnen zu schreiten. Entscheiden sollen sie dabei nicht nur über ihren künftigen Staatspräsidenten, sondern auch über die Zusammensetzung des Parlaments, über 221 Bürgermeister und 1600 Stadträte.
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Beste Chancen auf einen Sieg hat, so die jüngsten Prognosen, der amtierende Präsident Rafael Correa der sozialistischen Alianza Pais-Partei, der in der Wählergunst klar vor seinen beiden Kontrahenten liegt. Mit 50 Prozent der Wählerstimmen, die ihm schon im Vorfeld sicher zu sein scheinen, könnte Correa gleich im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichen und sowohl den kandidierenden nationalistischen Ex-Präsidenten Lucio Gutiérrez als auch den konservativen Unternehmer Alvaro Noboa auf die Plätze verweisen. Umfragen prognostizieren ihnen jeweils nicht mehr als 15 Prozent der Stimmen.
Populistische Linke
Präsident Correa, der sich seit seinem Amtsantritt im Jänner 2007 vor allem für die armen Bevölkerungsschichten des südamerikanischen Kleinstaats stark gemacht hat, verspricht auch weiterhin den Weg des "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" zu verfolgen. Damit schlägt er in die gleiche ideologische Kerbe wie seine linksgerichteten Amtskollegen Hugo Chavez (Venezuela) und Evo Morales (Bolivien). Noch etwas verbindet den Wirtschaftswissenschafter mit Chavez und Morales: In einem Referendum, das der 46-jährige Correa im September 2008 abhalten ließ, wurde eine umfassende Verfassungsänderung beschlossen. Das damalige eindeutige "Ja" der Ecuadorianer zu Correas Vorschlägen kommt einer innenpolitischen Neugründung des Landes gleich. Bildung und Gesundheit sollen in der Verfassung als Grundrecht festgeschrieben werden, die indigene Bevölkerung soll mehr Rechte erhalten, Rundfunk, Strom- und Wasserversorgung werden in staatlicher Hand bleiben. Auch in seinem anti-amerikanischen Kurs steht Rafael Correa seinen südamerikanischen Amtskollegen um nichts nach. Das Staatsoberhaupt Ecuadors hat bereits angekündigt, noch heuer den amerikanischen Flugstützpunkt Manta an der Pazifikküste schließen zu lassen. Dieser wird von den Amerikanern vor allem zur Bekämpfung der Drogenkriminalität genützt.
Entscheiden sich die Ecuadorianer für die Wiederwahl ihres amtierenden Präsidenten, so steht ihnen damit womöglich eine lange Amtszeit Correas bevor. Da seine erste Amtsperiode per Referendumsentscheid nicht gezählt wird, könnte Correa 2013 erneut kandidieren und so bis 2017 im Amt bleiben.
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