)
Die österreichischen Sparkassen haben im schwierigen Jahr 2001 zwar ein leicht höheres Betriebsergebnis von 779 Mill. Euro (10,7 Mrd. Schilling) erzielt, höhere Risikovorsorgen - in erster Linie im Wertpapiergeschäft - ließen aber das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) um 24,2% auf 321 Mill. Euro (4,4 Mrd. Schilling) absacken.
Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 24 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.
"Wir freuen uns, dass zumindest die Cost/income-ratio mit 67,3% gehalten werden konnte", sagte der Präsident des Österreichischen Sparkassenverbandes, Josef Kassler, am Donnerstag in der Jahrespressekonferenz. Durch die Errichtung neuer Vertriebssysteme seien den Sparkassen Zusatzkosten erwachsen, die gesamten Betriebsaufwendungen stiegen dennoch mit plus 2,8% weniger als die Betriebserträge (plus 2,9%).
Vor allem Net-Banking kommt bei der Sparkassenklientel gut an. Hier gab es ein Plus von 77% auf 223.000 Kunden. Die Zahl der Mobile-Banking-Kunden stieg sogar von 1.000 auf 10.000, berichtete Kassler.
Die Sparkassen freuen sich über eine Erhöhung ihres Marktanteils bei den Kundenforderungen um 0,8 auf 17,6% und bei den Primärmitteln von 0,4 auf 16,0%. Die Zahl der in den 64 Sparkassen beschäftigten Mitarbeiter wird für das Jahr 2001 mit 12.757 (nach 12.733) angegeben. Die Produktivität pro Mitarbeiter hat sich von 181.000 Euro auf 186.000 Euro erhöht.
Gebühren streichen
Der Sparkassenverband tritt dafür ein, die Kreditvertrags-, die staatliche Wechsel- und die Eintragungsgebühr in das Grundbuch abzuschaffen. Diese Maßnahme würde Österreich wettbewerbsfähiger machen, so Generalsekretär Erich Rebholz. So würde etwa die Abschaffung der Kreditvertragsgebühr bei einem zweijährigen Kredit, der mit 6% nominal verzinst sei, eine Senkung der effektiven Verzinsung von 6,78% auf 6,22% bedeuten.
Die Neuregelungen aus Basel II dürfe zu keiner höheren Eigenmittelbelastung führen als bisher, lautet eine weitere Forderung der Sparkassen.
Steiermärkische bleibt solo
Die von der Erste Bank geplante mehrheitliche Übernahme der Steiermärkischen Sparkasse sei "vom Tisch", sagte Kassler in seiner Eigenschaft als Generaldirektor der "Steiermärkischen". Die angedachte "ganz große Südost-Lösung" habe sich als nicht realisierbar herausgestellt. Die Pläne seien zudem viel zu früh an die Öffentlichkeit gelangt. Vorerst wird nun die Erste Bank im April 2002 gemäß einer früheren Option ihren bisherigen Anteil an der Steiermärkischen von 14% auf 25,1% erhöhen, das sei "eine passable Basis für eine Zusammenarbeit, betonte Kassler.
)
)
)