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Die Generation der jetzt 40-Jährigen ist aufgewachsen in dem Bewusstsein, die Rolle der Österreicher im Dritten Reich werde hierzulande gern verdrängt. Manche meinen ja, wir hätten diese Auffassung so glaubwürdig ventiliert, dass unsere Freunde in der EU glaubten, uns unter Beobachtung stellen zu müssen. Mir drängt sich inzwischen der Verdacht auf, dass vielleicht weniger die abscheulichen Aspekte österreichischen Verhaltens als die vorbildlichen verdrängt wurden: Am Allerheiligen-Morgen informierte eine Sendung auf Ö1 u. a. über den Widerstand einer geistlichen Krankenschwester. In der Reihe "Feierabend" (ORF 2, 19.55 Uhr) wurde ein sehr gut gemachter Film (Buch und Regie Bettina Schimak) über das Leben des aus Göfis in Vorarlberg stammenden Provikars Carl Lampert ausgestrahlt, der nach Jahren entschlossenster Distanz zum NS-Regime auf Betreiben des Tiroler Gauleiters Franz Hofer enthauptet wurde.
Laienpsychologisch betrachtet wäre es doch denkbar, dass man sich als Opportunist neben dem Abscheulichen weniger widerwärtig auszunehmen hofft, als neben jenen, die unter Lebensgefahr bewiesen haben, dass nicht alle dem sich der Unmenschlichkeit untergeordnet haben.
Ein Tipp für den Dezember: Am 20. 12. laden Helmut Jasbar und Albert Hosp zur nächsten CD-Battle. Die beiden sprechen so über Musik, dass mancher Kritiker fürchten müsste, sein kritisches Besteck wirkte im Vergleich eingerostet. Und mancher Kabarettist bringt in zehn Soloprogrammen nur halb so viel Witz auf die Waage.
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