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Später Punktesieg für Mörbisch

Von Christoph Irrgeher

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Manche Dinge merkt man sich fürs Leben. Wie diesen Ausspruch: Das Burgenland, hieß es einst in einer Soziologievorlesung, hinke der demografischen Entwicklung Gesamtösterreichs klar hinterher.

Nun muss das heute nicht mehr stimmen. Aber beizeiten ist man geneigt, es zu glauben. Wie beim Relaunch der Seefestspiele Mörbisch. Klar: Nichts gegen eine Investition von sechs Millionen Euro. Aber beim Namen war man doch zu generös. Nämlich mit Punkten. Im Operettenmekka finden künftig keine Seefestspiele mehr statt, sondern - See. Fest. Spiele.

Um dieses Ergebnis werbekreativer Hirnzermarterung wirklich neu zu finden, müsste man allerdings ungefähr ein Jahrzehnt verschlafen haben - also nichts gehört haben von Thermenrestaurants wie GenussReich oder Konzertzyklen namens Tasten. Lauf - von Wortwurstgegentendenzen wie "operklosterneuburg" einmal ganz zu schweigen.

Wobei man schon damals hätte fragen können, welche Wirkung ein solch scheinkreativer Name wirklich zeitigt. Gesetzt, der Arzt bittet zur "Darm. Spiegelung", die Hermi-Tant’ zum "Kaffee. Kränzchen". Ginge man dann eher hin? Ungleich verlockender wäre dagegen wohl ein "Freuden. Haus" - würde aber manch peinliches Missverständnis nach sich ziehen.

Womit wir aber auch beim Punkt wären: Nämlich dass ein durch Punkte oder KleinGROSS-Anarchie entstellter Name zumindest ein Quäntchen Sprachwitz abwerfen sollte. Was See. Fest. Spiele entschieden nicht tut. Es sei denn, die neue Intendanz rückt von ihren respektablen Plänen ab - und veranstaltet am Neusiedler See künftig auch Partys mit Sackhüpfen.