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Spitzbübische Rache

Von Francesco Campagner

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Für eine Wahlkampfzeit ist es merkwürdig ruhig. Gäbe es nicht einige kleine rhetorische Blitze, die diese Stille durchbrechen, und uns zeigen, dass es sich nur um die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm handelt. Bei "Wiesner fragt" am Dienstagabend war diese schwüle Gemütswetterlage deutlich zu spüren. Erhard Busek, als bunter Vogel der Wiener Stadtpolitik zu Ruhm gekommen, hat sich auch im pensionsfähigen Alter seine ironische Ader bewahrt und tat das, was man nicht tun darf. Er befragte Robert Wiesner in dessen eigener Sendung zum aktuellen Hauptthema im ORF: zur Wahl des neuen Generaldirektors. Eine spitzbübische Rache des Politikers am Medienkoloss. Witzig ist allerdings auch, wie die ORF-Leute bei jedweder Erwähnung des Themas zusammenschrecken. Als ob es nicht um die Wahl eines Medienexperten, sondern eines Kerkermeisters gehen würde. Oder war es umgekehrt?