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Sport Senoner muss wegen Pleite zusperren

Von Kid Möchel

Wirtschaft

Laut AKV hat Sporthändler 1,6 Millionen Euro Schulden – Unternehmen wird geschlossen.


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Steinakirchen/Waidhofen an der Ybbs. Albert Senoner, Inhaber der Einzelhandelsgeschäfts Sport Senoner im niederösterreichischen Steinakirchen, hat einen Insolvenzantrag bei Gericht eingebracht. Laut Wolfgang Hrobar vom Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) hat der Sporthändler rund 1,611 Millionen Euro Schulden, davon entfallen rund 1,281 Millionen Euro auf die Raiffeisenbank im Erlauftal und 166.900 Euro auf Lieferanten. Die Aktiva werden mit 496.000 Euro beziffert, davon entfallen 375.000 Euro auf Liegenschaften.

"Aufgrund der schlechten Prognose ist eine Weiterführung des Unternehmens auf diesem Standort nicht möglich", heißt es im Insolvenzantrag. "Der Schuldner stimmt daher einer Schließung des
Unternehmens zu. Der Schuldner strebt die Einbringung eines Sanierungsplanes beziehungsweise die Einbringung eines Zahlungsplanes an."

Die Vorgeschichte

Laut AKV betrieb Senoner früher ein Lebensmittelgeschäft. "Nachdem ein Mitbewerber in Steinakirchen auf die Marke Spar wechselte, wechselte Albert Senoner zu Adeg, mit welchem gute Einkaufsbedingungen ausverhandelt werden konnten", heißt es im Antrag weiter. "In weiterer Folge lagen jedoch die Umsätze im Lebensmittelbereich hinter den Erwartungen zurück." Nachsatz: Weiters wurde 2010 eine Umfahrung für Steinakirchen mit besserer Anbindung an Amstetten fertiggestellt. Damit wanderten, vor allem im Lebensmittelbereich, Kunden ab und verlor der Standort des Schuldners vor allem für den Lebensmittelbereich an Attraktivität." Der Lebensmittelmarkt wurde letztendlich 2011 geschlossen,
"wobei die bis zur Schließung aufgelaufenen Verluste und die Schließungskosten höher als angenommen ausgefallen sind".

Ab 2011 betrieb Senoner ausschließlich ein Sport- und Freizeitgeschäft, die leeren Geschäftsflächen wurden vermietet. Das Unternehmen erzielte 2010 einen Umsatz in Höhe von 1,58 Millionen Euro und einen Jahresgewinn von 19.000 Euro. 2011 sank der Umsatz auf 1,45 Millionen Euro und ein Jahresverlust von 44.000 Euro musste verbucht werden.

Auch im ersten Halbjahr 2012 ist der Umsatz weiter zurückgegangen, heißt es im Insolvenzantrag, " vor allem aufgrund der Standortproblematik und eines schwachen Winters 2011/12". Damit konnte Senoner die vereinbarten Zahlungen nicht fristgerecht einhalten. Im Mai 2012 teilte laut AKV die Hausbank, die Raiffeisenbank im Erlauftal, dem Händler mit, "dass sie eine weitere Ausweitung der Rahmen und somit eine weitere Finanzierung des laufenden Unternehmens ablehnt".