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Sri Lankas Präsident schaltet Rivalen aus

Von WZ-Korrespondentin Agnes Tandler

Politik

"Wahlmanipulation": Fonseka erkennt Ergebnis nicht an. | Ex-Armeechef fürchtet um sein Leben. | Neu Delhi. Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapakse kann bei der Wahl auf der Tropeninsel einen komfortablen Sieg verbuchen. Er hat gut 1,8 Millionen Stimmen mehr als sein Rivale, Sarath Fonseka. Doch während Rajapakse und seine Regierung in der Hauptstadt Colombo am Mittwoch den Sieg bejubelten, kesselte die Armee mit einem Trupp schwerbewaffneter Soldaten Wahlverlierer Fonseka und andere hochrangige Oppositionsführer in einem Hotel mitten im Stadtzentrum ein. Fonseka erkennt die Wahl nicht an und wirft der Regierung "offensichtlichen Betrug" vor. Er forderte die Wahlkommission auf, das Resultat zu annullieren.


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"Ich fürchte um mein Leben", erklärte Fonseka im belagerten Hotel. "Sie wollen mich zu einem Gefangenen machen". Fonseka gilt nicht als feige. Der Ex-General führte bis vor drei Monaten noch die Streitkräfte des Landes, die im Mai den über 25-jährigen Bürgerkrieg gegen die tamilische Separatistenbewegung LTTE, besser bekannt als die Tamil Tiger, gewonnen hatten. Im November hatte Fonseka seine Uniform abgelegt und seine Kandidatur gegen den früheren Vorgesetzten Rajapakse bekannt gegeben.

Das Hotel am Beira-See sei nur "vorsorglich" abgeriegelt worden, erklärte ein Armeesprecher die Militär-operation gegen die Opposition. Für Fonseka gebe es "keine Beschränkungen". Im Hotel befänden sich aber desertierte und bewaffnete Soldaten, die auf Fonsekas Seite seien. Rajapakse hatte schon bei der Kandidatur Fonsekas behauptet, er habe den General entlassen, weil dieser gegen ihn putschen wolle. Nun unterstellte er ihm dies erneut.

Schon am Wahltag, Dienstag, gab es Ärger zwischen Regierung und Opposition, als Fonseka seine Stimme nicht abgeben dufte, weil sich sein Name nicht im Wahlregister fand. Vorsorglich erklärte das Rajapakse-Camp, Fonseka könne daher gar nicht Präsident werden.

Rajapakses Sieg ist keine Sternstunde der Demokratie. Die Regierung in Colombo steht international in der Kritik wegen Korruption, Medienzensur, Demokratiemangel und dem Umgang mit den tausenden tamilischen Bürgerkriegsflüchtlingen, von denen immer noch viele in Lagern untergebracht sind. Demonstrativ hatte sich die frühere Präsidentin des Landes, Chandrika Kumaratunga, die zu Rajapakses Partei gehört, für Fonseka stark gemacht. Sie sei "sehr besorgt über die Gewalt, Einschüchterung und Korruption" , erklärte sie. Viele Oppositionspolitiker, Menschenrechtler und Journalisten haben in den letzten Jahren die Insel verlassen, weil sie um ihr Leben fürchteten.

Einschüchterungenim Norden

Manche hatten gehofft, die Lage werde sich nach Ende des brutalen Krieges wieder entspannen. Der ruhmlose Auftritt des Wahlsiegers stimmt pessimistisch. Bereits der Wahlkampf war alles andere als friedlich verlaufen. Bei Anschlägen und Übergriffen starben vier Menschen, hunderte wurden verletzt. Besonders im großteils von Tamilen bewohnten Norden der Insel, die mehrheitlich mit Fonseka sympathisieren, wurden Wähler eingeschüchtert. Hier lag die Wahlbeteiligung oft bei weniger als 20 Prozent, während sie im Landesdurchschnitt um die 70 Prozent betrug.

Der Grundkonflikt zwischen den Tamilen und den Singhalesen bleibt auch nach Kriegsende ungelöst. Das frühere Ceylon hat aus der Kolonialzeit einen bunten Kessel von Religionen und Völkern geerbt. Seit Beginn der Unabhängigkeit der Insel 1948 gab es Spannungen zwischen der singhalesischen Mehrheit und der tamilischen Minderheit, die etwa 12 Prozent der Bevölkerung ausmacht.