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Staatsbesuch auf den Spuren einer Altösterreicherin

Von Georg Friesenbichler

Politik

Premiere-Besuch von Heinz Fischer in Südkorea. | Wien/Seoul. Südkorea hat eine innige Beziehung zu Wien-Liesing. Aus dem heutigen Bezirksteil Inzersdorf stammte Franziska Donner, die 1934 den koreanischen Exilpolitiker Rhee Syng-man heiratete. Der wurde 1948 der erste Staatspräsident Koreas und Franziska bis 1960 die erste "First Lady" der jungen Republik.


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Österreichs Politik hatte zu dem Land allerdings bisher keine derart engen Kontakte. Das ändert sich ab Sonntag - Heinz Fischer wird als erstes österreichisches Staatsoberhaupt Südkorea besuchen.

Der Staatsbesuch fällt in eine Zeit der Entspannung: Das kommunistische Nachbarland Nordkorea hat zugesagt, gegen wirtschaftliche Hilfe sein Atomprogramm zu stoppen. Südkorea lieferte Dienstag erstmals wieder Düngemittel. Natürlich wird auch dieser Prozess Teil der politischen Gespräche sein, die Fischer mit seinem südkoreanischen Amtskollegen Roh Moo Hyun am Montag und Parlamentspräsident Lim Chae Jung am Dienstag führen wird. Auch das Verhältnis Südkoreas zur EU soll zur Sprache kommen.

Wichtige Exportnation

Bilateral gebe es keine Probleme, heißt es aus der Präsidentschaftskanzlei. Stattdessen werden, wie bei solchen Besuchen üblich, wirtschaftliche und kulturelle Kooperationen erörtert werden. Unterstützung erhält Fischer dabei von Landwirtschafts- und Umweltminister Josef Pröll, Wissenschaftsminister Johannes Hahn, Bildungsministerin Claudia Schmied, den Staatssekretären Hans Winkler, Christa Kranzl und Christine Marek sowie einer Parlamentarierdelegation. Und außerdem sind 35 Wirtschaftsvertreter unter Führung von Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl Teil der großen Delegation. Südkorea ist für Österreich hinter China und Japan der drittwichtigste Exportmarkt in Asien.

Die Besucher werden einiges davon sehen, was Südkorea zur elftstärksten Exportnation der Welt gemacht hat: neben der Firma Samsung Electronics auch die Forschungsstadt Daedok-Innopolis sowie mehrere Wissenschafts- und Forschungsinstitute im Telekommunikations- und Elektronik-Bereich. Exportiert werden vor allem Fahrzeuge, Schiffe, Informationstechnologie und Elektronik.

Dennoch konnte auch Österreich seine Exporte (Maschinen, Anlagenbau) nach Südkorea im vergangenen Jahr um 17,7 Prozent steigern und dadurch das Handelsbilanzdefizit auf 290,4 Millionen verringern.

Abseits von Wirtschaft und Wissenschaft wird aber auch an Franziska Donner gedacht: Die Frau des Bundespräsidenten, Margit Fischer, wird das frühere Wohnhaus der 1992 Gestorbenen besuchen, das heute als Museum dient.