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Und da ist es schon wieder passiert: Die berüchtigten Fans von Italiens Rekordmeister Juventus haben sich am Sonntag beim 3:0-Heimsieg gegen den SSC Neapel besonders verhaltensoriginell erwiesen und gegen die Gastmannschaft allerlei Sprechchöre mit diskriminierendem Inhalt skandiert - was nun eine Strafe nach sich zieht. Ist die Pönale von 50.000 Euro noch locker aus der Portokasse zu bezahlen, so wiegt die Schließung der Fankurven bei zwei der kommenden Heimspiele ungleich schwerer. Dass hier "nur" hasserfüllte Fan-Gesänge und nicht etwa jene mit rassistischem oder gar rechtsradikalem Inhalt sanktioniert werden, hat mit der neuen Gesetzgebung zu tun. Seit dieser Saison wird nämlich auch die sogenannte territoriale Diskriminierung geahndet, also Schmährufe gegen andere italienische Landesteile. Die "alte Dame" ist zudem Wiederholungstäterin, gab es doch erst Ende Oktober wegen desselben Delikts vor dem Sportgericht eine Strafe auf Bewährung - die nun schlagend wird. Ob auf diesem Weg die sozialen Konfliktherde des krisengeschüttelten Landes entschärft werden können, darf natürlich bezweifelt werden; auf der anderen Seite hält der Abwärtstrend des italienischen Klubfußballs mit seinen desolaten Stadien, sinkenden Zuschauerzahlen, dem Exodus der Stars und dem latenten Rassismus-Problem weiter an, sodass derartige Maßnahmen einfach gesetzt werden mussten. Denn dies bringt die Vereine unter Druck, sich dem oftmals verdrängten Problem zu stellen. Auch hierzulande stünde es einigen Klubs und Fanklubs gut zu Gesicht, manch problematischen Gesängen nicht bloß mit einem freundlichen Augenzwinkern zu begegnen.

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