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Red Bull Salzburg steht souverän an der Bundesliga-Spitze - das traditionsreiche Wiener Stadtderby hingegen wird vom abgeschlagenen Siebten und Neunten bestritten: Das ist nicht nur die aktuelle Konstellation vor der sechsten Meisterschaftsrunde, sondern selbige gab es vor gar nicht allzu langer Zeit schon einmal. Am 5.November 2006 trafen sich ein schwaches Rapid und eine schwache Austria zu einem ebenso schwachen 279.Derby, das sich dementsprechend keinen Sieger verdiente. Das 1:1 half damals keinem - und so kam es eine Woche später nach 17 gespielten Runden zur fast unvorstellbar geglaubten Situation, dass sich die beiden erfolgreichsten Klubs des Landes am Tabellenende wiederfanden. Rapid auf Platz neun, Austria (damals Meister) mit der roten Laterne. Wenn die beiden Großklubs heuer so weiter spielen, könnten sie auch bald nach dem 310. Derby wieder die unrühmliche Rolle der Schlusslichter übernehmen. Damals wie heute kommt das einer Blamage ersten Ranges gleich: Denn wo in Europa gibt es das, dass zwei derart renommierte Adressen, die Europacup-Finale vorweisen können, die zusammen 56 Mal den Meisterteller stemmten, die von öffentlichen Stellen hofiert und von privaten Sponsoren gewiss nicht gemieden werden und die die größten Fangemeinden im Land vorweisen können, dass solche Klubs derart abrutschen können und von Vereinen mit Mini-Budgets wie WAC, Altach und Grödig abgehängt werden? Natürlich nirgendwo. Das wäre so, als müsste sich Bayern mit Hoffenheim um einen Europa-League-Platz raufen und beim Clásico zwischen Real und Barcelona ginge es nicht um den Titel, sondern um Rang elf und zwölf. Das ist unvorstellbar, aber in Fußball-Österreich, dem Land der unbegrenzten Überraschungen, ist so etwas immer wieder möglich.

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