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Steht das kleine Glücksspiel in Wien jetzt vor dem Aus?

Von Christian Rösner

Politik

SPÖ-Wien hat am Parteitag Antrag für Verbot beschlossen. | Stadträtin Ulli Sima ist skeptisch.


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Während der Koalitionspartner am Montag bereits jubelnden Zuspruch äußerte - die Grünen fordern ein Verbot des kleinen Glücksspiels schon seit Jahren -, zeigte sich die zuständige Stadträtin Ulli Sima skeptisch: "Ein Verbot klingt zwar toll, würde aber die Ist-Situation prolongieren", argumentierte sie am Montag. Denn die bereits erteilten Lizenzen würden auch bei einem eventuellen Verbot von Spielautomaten erst 2014 auslaufen.

Trotzdem will Sima ihre skeptische Haltung dezidiert nicht als Vorzeichen dafür sehen, dass Automaten künftig erlaubt bleiben. Über das weitere Vorgehen soll eine rot-grüne Arbeitsgruppe entscheiden, die heute, Dienstag, im Wiener Landtag installiert wird.

Stadträtin vorsichtig

Die Vorsicht der Stadträtin ist verständlich, räumte doch Kowall in seiner Rede sukzessive jedes Argument für das kleine Glücksspiel aus dem Weg: Betroffen seien Menschen ohne höhere Bildung und mit geringem Einkommen. "Das sind die Menschen, bei denen man früher gesagt hat: Für die ist die SPÖ da." Die Spielsuchtberatung Wien spreche von 50.000 Spielsüchtigen in der Stadt - "das ist so wie wenn ganz Hernals vorm Automaten sitzt". Die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung würde 40.000 Euro betragen - "das Dreißigfache eines österreichischen Durchschnittgehaltes".

Dem Argument, das Glücksspiel gebe es sowieso, und wenn es legal ist, könne man es besser kontrollieren, entgegnete Kowall mit den Worten: "Heißt das, der Wiener ist mit dem natürlichen Bedürfnis auf die Welt gekommen, dass er Metallstückchen in ein Metallkastel schmeißt?" Was es nicht gibt, könne man sich schlecht wünschen, so Kowall. Wenn es kein Angebot gebe, könne es keine Nachfrage geben, beides werde aber von der Glücksspielindustrie erzeugt.

Dass es mit einem Verbot trotzdem Spielsüchtige geben würde, ließ Kowall ebenfalls nicht gelten: "Wie viele Verkehrstote würde es geben, wenn Schnellfahren erlaubt wäre", argumentierte der Jungpolitiker. Das Glücksspiel bringe der Stadt zwar 55 Millionen Euro im Jahr, auf die sie angeblich nicht verzichten könne. Aber ob man sich die Folgekosten für die Spielsüchtigen leisten kann, sei eine andere Frage.

"Es muss schnell gehen"

Sima wünscht sich jedenfalls eine rasche Lösung: "Es muss schnell gehen." Ziel müsse es sein, vor allem die "Zweier-Kabinen" - also Spielzellen mit zwei Automaten - wegzubekommen. Diese seien nämlich in Bezug auf Jugendschutz von der Polizei schwer zu kontrollieren. Ob das der SPÖ-Basis reichen wird, wird sich zeigen.

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