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Steilvorlage für den Wahlkampf

Von Bernhard Baumgartner

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Thilo Sarrazin, SPD-Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, der aus seiner Geringschätzung der "Kopftuchmädchen" kein Hehl macht, hat es wieder getan. Diesmal packt er seine Thesen zur Islamisierung auf 464 Seiten zwischen zwei Buchdeckel.


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Die deutsche Debatte dazu ist in vollem Gange, wohingegen hierzulande ausgerechnet der vom Chef der Islamischen Glaubensgemeinschaft vom Zaun gebrochene Zank um die Minarette gerade im Abklingen ist (und das, obwohl der evangelische Bischof Michael Bünker am Freitag noch einmal damit in die Medien ging). Zu diesen beiden Themen kommen noch der im anonymen Internet schallende "Aufschrei" um türkische Beschriftungen auf österreichischen Milchpackerln: Die Migrationsdebatte wogt.

Man könnte diesen Cocktail natürlich als medial hochgepushtes Sommerthema abtun. Von Sarrazin weiß man schließlich seit längerem, was er denkt. Seine Aussagen sind daher genauso wenig überraschend wie die, dass der Chef der Islamischen Glaubensgemeinschaft für Minarette ist. Auch dass eine Molkerei gerne auch im "Süpermarkt" um die Ecke ihre Produkte verkaufen will, kann kein allzu großes Entsetzen auslösen.

Doch so einfach ist die Sache nicht, gerade aus Wiener Sicht. Denn hier steht ein knallharter Ausländerwahlkampf vor der Tür. Die Steilvorlagen für dessen Protagonisten sind leider exakt zur rechten Zeit unterwegs.