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Sternenhimmel im April

Von Hermann Mucke

Wissen
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© Hermann Mucke

Sonnenchronik: Die Verlängerung der lichten Tage geht stark weiter, vom 1. mit 12 Stunden 49 bis zum 30. mit 14 Stunden 28 Minuten. Auch die Dämmerungsdauern steigen ganz leicht an: Vom Sonnenuntergang bis zum Erscheinen der ersten Sterne dauert es 33 Minuten und bis zur fast vollen Nacht rund 1 Stunde 14 Minuten. Am 20. um 12.17 Uhr Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) erreicht die Sonne in Widerspiegelung des Erdumlaufs den Anfang des Tierkreiszwölftels Stier. Im Freiluftplanetarium Sterngarten Georgenberg quert die helle Mitte des Schattens, den die Lochscheibe am Nordmast wirft, den Nordweg auf der Querspange mit der Aufschrift "Apr. 20" und dem Stier-Symbol.


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Am 24. April ist Ostersonntag, nach kirchlicher Regel am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling, dem "Ostervollmond", der heuer auf den 18. fällt. 2011 gibt es daher das seltene, zweitspäteste Osterdatum, das spätest mögliche ist der 25. April.

Mondchronik: Ganz schmal ist die Mondsichel am Morgen des 1. und seine zarte Altlichtsichel ist tags darauf tief in der östlichen Morgendämmerung zu sehen. Dann steht der Mond auch auf seiner nur wenig von der Kreisform abweichenden Bahn in Erdferne in den Fischen. "Altlicht" ist die letzte sichtbare Mondphase vor dem Neumond, der am 3. eintritt.

Als feine Neulichtsichel taucht der Mond niedrig in der Abenddämmerung des 4. zwischen Westen und Westnordwesten auf und wir können seinen Südpol randfern sehen. Dies bewirkt die Libration, die perspektivische Schwankung beim Anblick des Mondes. In höchster Himmelsbahn zieht er am 9. im Stier vom Aufgang bis zum Untergang. Der 11. bringt mit librationsbedingt randfernem Mare Crisium das Erste Viertel in den Zwillingen. Hoch steht der Mond dann abends über uns und bietet im ruhig gehaltenen Fernglas wunderschön die Vielfalt seiner Rundformen und Ebenen, besonders nahe der Schattengrenze. Dort gibt es ja streifenden Einfall des Sonnenlichtes, der auch flache Strukturen "tief" erscheinen lässt. Eine Mondkarte für das Fernglas wird vom Astronomischen Büro, Hasenwartgasse 32, 1230 Wien, gratis zugesandt.

Wieder sorgt die Libration dafür, dass am 16. der Mondnorpol randfern erscheint; dann steht der Mond auch unweit Saturn. Am nächsten Tag durchläuft der Mond seine Erdnähe in der Jungfrau und auf den 18. fällt der erste Vollmond im Frühling, ebenfalls in der Jungfrau, der "Ostervollmond". Nun haben wir im Fernglas einen prachtvollen Überblick über die dunklen Ebenen und hellen Bergländer mit den hellen Auswurfstrahlen. Diese gehen besonders von den Ringgebirgen Kopernikus und Tycho aus. Der starke Glanz des Vollmondes führt zu einer Schärfeminderung wegen Überstrahlung, denn für das sonst selbsttätige Verkleinern der Augenpupillen zur Helligkeitsanpassung ist das Vollmondlicht zu schwach, aber trotzdem blendet es. Anleuchten des Gesichtes mit einer Taschenlampe verengt die Pupillen und dann sehen wir den Vollmond scharf! Tief zieht der Mond in der Nacht vom 21. auf den 22. im Schlangenträger in niedrigster Bahn vom Aufgang zum Untergang über den Himmel. Bequem kann er nun im Fernglas beobachtet werden. Am 23. liegt der Fleck Grimaldi librationsbedingt randnah. Das letzte Viertel tritt am 25. im Steinbock ein. Der Mondsüdpol zeigt sich am 29. zufolge der Libration randfern und der Mond durchläuft in den Fischen nochmals im April seine Erdferne. Am 30. April und 1. Mai steht er neben der Venus.

Planetenlauf: Merkur, Mars und Jupiter sind unsichtbar. Venus steht tief in der Morgendämmerung zwischen Ostsüdosten und Osten und zieht vom Wassermann durch die Fische in den Walfisch. Saturn in der Jungfrau zeigt sich abends vorerst niedrig im Ostsüdosten, steigt aber bis Monatsende hoch gegen Südsüdosten. Im ruhig gehaltenen Fernglas zeigt er sich wegen seines Ringsystems etwas länglich.

Sternbilderhimmel: Unsere Karte gilt für den 7. um 21h45 und für den 21. um 20h55 MESZ. Wir halten sie so, dass die betrachtete Himmelsrichtung auf der Karte unten liegt. Das Kästchen mit S bezeichnet Saturn und die strichlierte Kreislinie die Milchstraße. Abends steht das große Sechseck um Orion schon niedrig nahe Westen, während Bärenhüter, Jungfrau und Löwe hoch vom Osten bis in den Süden steigen. Neubesteller des Begleitbandes "Himmelskunde im Freiluftplanetarium Wien" erhalten gratis dazu den Tierkreiskalender, der auf einem Kartonblatt A4 Stand und Lauf von Sonne und hellen Planeten für das ganze Jahr zeigt. Zusendeauftrag ist der Eingang von 13,30 Euro mit Adresse auf PSK 9305 3136, BLZ 60000, Ö. Astronomischer Verein, Begleitband.

Freiluftplanetarium: Sterngarten, Wien 23, bei der Wotruba-Kirche, Samstag, 9. um 21.00 Uhr: Frühlingsmond und Siebengestirn. Die Wintersterne nehmen Abschied und Saturn beherrscht den Südosthimmel. Bei Schlechtwetter in der Wotruba-Kirche. Stadtlokal, Wien 1, Walfischgasse 12, 1. Stock, Festsaal, Samstag, 16., 19.00 Uhr: Die Vermessung der Erde vom Altertum bis in die Gegenwart (Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Robert Weber), dazu die Seminarpapiere 1989 "Planet Erde" gratis!

http://www.astronomisches-buero-wien.or.at/ Tel.01-889 35 41.