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Steuerberater - der ständige Begleiter des Unternehmens

Von Nadja Traxler-Gerlich

Wirtschaft

Das erste Monat des neuen Jahres ist vorbei, Zeit für den Rechnungsabschluss des Vorjahres. Die Buchhaltung hat alle Hände voll zu tun, in den einzelnen Bereichen wurden bereits die Daten zusammengetragen. Um die steuerlichen Komponenten richtig zu behandeln, ist die Hilfe eines Fachmannes erforderlich. Denn kaum ein Rechtsbereich ist umfangreicher als das Steuerrecht. Keine Gesetzesmaterie wurde so oft geändert, aktualisiert, reformiert - ganz zu schweigen von den jeweiligen "Steuerreformen". Wie ist das Umfeld, dem ein Steuerberater heute gegenübersteht? Das hat die "Wiener Zeitung" Cornelia Spitzer, Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin bei Intercontrol - Prüf-Treuhand, aus aktuellem Anlass gefragt.


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Die österreichische Steuergesetzgebung steht unter dem Änderungsdruck des EU-Rechts. Immer am Laufenden zu bleiben, erfordert immer mehr Anstrengung. Das Steuerrecht entwickelte sich in den vergangenen Jahren zunehmends zu einer Rechtsmaterie, die nicht nur Unternehmen, sondern auch Arbeitnehmer unmittelbar berührt. Je stärker das Steuerrecht differenziert, desto wichtiger werden die kleinen Unterschiede, auf die man vor allem als Unternehmen achten muss.

"Als Steuerberater verfolgen wir klarerweise alle Drehungen und Wendungen im Steuerrecht, befinden uns also permanent in Weiterbildung und suchen nach dem besten Weg zu den Vorteilen für das jeweilige Unternehmen", erklärt Steuerberaterin Spitzer und weiter: "Sie müssen in einem Unternehmen sicher sein können, dass der Steuerberater die Bewegungsspielräume im Steuerbereich hundertprozentig ausnützt. Kleinere und mittlere Unternehmen, sogenannte KMU's, sind gerade darauf angewiesen."

Verschwiegenheit - als Recht und als Pflicht - kennzeichnet den Beruf des Steuerberaters und Wirtschaftsprüfers. Örtliche Nähe, Erfahrung in speziellen Branchen und Themen sind meist Grundlage für die Wahl eines Steuerberaters. Cornelia Spitzer dazu: "Als Steuerberater sind wir auch der Vertreter vor der Steuerbehörde und somit die Anlaufstelle für das jeweilige Finanzamt. Betriebsprüfungen sind oftmals unliebsam, aber unausweichlich. Wir sehen unsere Aufgabe auch darin, unsere Klienten vor dem Staat zu schützen".

Klassische Steuerberatung gibt es heute fast nicht mehr allein. Viel zu umfangreich ist das Aufgabengebiet geworden. Beginnend bei der Bilanzierung und dem Jahresabschluss über die Personalverrechnung, die Buchhaltung, die Kostenrechnung, Planungsrechnung, Controlling bis hin zur Management- und Unternehmensberatung reichen die Tätigkeiten in einer Wirtschaftstreuhandkanzlei. Das hängt vor allem mit der zunehmenden Internationalisierung zusammen.

"Die so oft zitierte Globalisierung betrifft zunehmends auch mittlere Unternehmen, nicht nur internationale Konzerne", so Spitzer. Neue und geänderte Absatzmärkte in der Europäischen Union, aber auch die Beteiligung an internationalen Ausschreibungen gehören heute zum Tagesgeschäft. Spitzer dazu: "Wesentliche Voraussetzungen dafür sind aber die richtigen Informationen, das Wissen über die Bedingungen in anderen Märkten und deren steuerliche und betriebswirtschaftliche Bewertung." Dazu kommen noch Fragen nach den verschiedenen Standards in der Rechnungslegung oder auch sonstige Unterschiede im Steuerrecht. "Unsere Leistung betrifft also nicht nur bereits multinational tätige Unternehmen. Wir stehen mit unseren Partnern in den jeweiligen Zielländern Betrieben auch dann zur Verfügung, wenn diese erstmals ihre Fühler ausstrecken wollen", erklärt Spitzer ihre Aufgabe als Gesellschafterin in einem komplexen Beratungsunternehmen.

Was sich trotz Internationalisierung nicht geändert hat, ist das Grundprinzip des Wirtschaftens. Es zählt, was unter dem Strich bleibt. Das gilt für den 5-Mann(Frau)-Betrieb genauso wie für eine Kapitalgesellschaft mit 1.000 Mitarbeitern. Die Zahlen auf der Soll- und Habenseite müssen stimmen. "Die reine Bilanzerstellung nach handels- und steuerrechtlichen Vorgaben gehört für uns zur Routine. Wir wollen aber die Zahlen zum Sprechen bringen, sozusagen, um für die Klienten herauslesbar zu machen, was für die Beurteilung der Situation und die Entscheidung künftiger Strategien wichtig ist", sagt die Wirtschaftsprüferin zu moderner Bilanzierung. "Außerdem geht es um die nötige Transparenz, die zunehmend vom Gesetzgeber - Stichwort Offenlegungspflicht -, von der Öffentlichkeit, Aktionären, Teilhabern oder auch Gläubigern verlangt wird."

Und somit sind wir bei der Wirtschaftsprüfung angelangt. Wirtschaftsprüfungen und Buchprüfungen sind ein wesentliches Instrument, um Unternehmensabläufe zu überprüfen und Schlüsse daraus zu ziehen. Aufgabe des Wirtschaftsprüfers ist es festzustellen, ob der Jahresabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage darstellt. "Unsere Tätigkeit hat sich in den letzten Jahren von einer vergangenheitsorientierten Vorgehensweise längst zu einem risiko- und prozessorientierten Prüfungsansatz unter Berücksichtigung der individuellen Unternehmensentwicklung gewandelt", resümiert Spitzer die verantwortungsvolle Aufgabe der Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung.

Zu den Gesellschaften

Im Rahmen der Prüf-Treuhand werden alle Beratungs- und Serviceleistungen, die ein Unternehmen von der Gründung an auf wirtschaftlichem und steuerlichem Gebiet benötigt, geboten. Von der Budgetierung anlässlich der Eröffnung eines Unternehmens über die laufende Beratung und Dokumentation des betrieblichen Geschehens, die Vertretung gegenüber den Finanzbehörden bis hin zur Beratung bei Betriebsübergaben.

Die Intercontrol ist vorallem als "Wirtschaftsprüfer" tätig. Sie führt sowohl Pflichtprüfungen als auch freiwillige Jahresabschlussprüfung für Unternehmen jeder Art durch. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Erstellung von Bewertungsgutachten, unter anderem für Banken und Sparkassen. Beide Unternehmen sind Mitglied von HLB International, einer weltweit tätigen Organisation von freien Wirtschaftsprüfern.