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Steyr will jenseits der Nato aufspielen

Von Alexander U. Mathé

Wirtschaft

Waffenproduzent fordert vom Staat klare Exportkriterien. | Wien. Der österreichische Waffenproduzent Steyr Mannlicher plant, in Zukunft eine größere Rolle auf dem internationalen Markt zu spielen. Zehn Millionen Euro sind laut Geschäftsführung in den letzten zwei Jahren in den Aufbau der Firma investiert worden. Der Umsatz wurde den Angaben zufolge von 12 Millionen Euro im Jahr 2008 auf angepeilte 20 Millionen 2009 erhöht. Gehemmt sieht sich die Firma nun durch die ihrer Meinung nach schwammigen Kriterien der österreichischen Behörden für den Waffenexport. Denn Steyr verkauft seine Waffen nur mit dem entsprechenden Placet aus Wien ins Ausland.


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Michael Engesser, Geschäftsführer des Unternehmens, das 2007 von österreichischen Investoren übernommen wurde, hat große Pläne: "Wir haben das Werk auf höhere Kapazitäten ausgerichtet", sagte er bei einem Pressegespräch am Dienstag.

Speziell geht es um Exporte an Behörden in Ländern, die nicht Mitglied der Nato oder mit dieser assoziiert sind. Daher fordert Engesser mehr Transparenz bei den Kriterien einer Exportbewilligung. Im Jahr 2008 sei beispielsweise nach den Anschlägen in Mumbai die Lieferung von acht Gewehren an eine indische Spezialeinheit vom Wirtschaftsministerium in Wien ohne nähere Begründung abgelehnt worden.

Für Engesser wären EU-weit einheitliche und transparente Kriterien für den Waffenexport die beste Lösung. Laut Wirtschaftsministerium gibt es die aber bereits: "Die Kriterien sind EU-weit ident", hieß es. Was die Lieferung nach Indien betreffe, sei der Export nicht abgelehnt worden, sondern Steyr wegen Menschenrechtsbedenken zu einer Stellungnahme aufgefordert worden.