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Stipendien kurbeln Bildungsmobilität an

Von Heiner Boberski

Politik

Österreichischer Austauschdienst sorgt seit 50 Jahren für Bildungsaustausch.


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Wien. Die Zahlen passen zum 50-Jahr-Jubiläum: Von anfangs rund 50 ausländischen Stipendiaten zu mehr als 13.000 Mobilitäten mit Stipendiaten aus rund 50 Ländern - so weit hat es der Österreichische Austauschdienst (OeAD) laut seinem Geschäftsführer Hubert Dürrstein in 50 Jahren gebracht. Das Budget ist von umgerechnet 0,24 Millionen Euro im Jahr 1962 auf heuer erstmals mehr als 50 Millionen gestiegen.

Die am 13. November 1961 zur Betreuung ausländischer Studierender gegründete Organisation, seit 2009 eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, feierte am Donnerstag in Wien ihr 50-jähriges Bestehen. Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle unterstrich dabei, dass "Internationalität und Mobilität" seit jeher zum Wesen der Universitäten gehören, und würdigte den OeAD als "unentbehrliche Institution".

Der OeAD hat Qualität und Quantität des Angebots ständig ausgebaut. Der Großteil der Aktivitäten entfällt auf die Projekte Comenius (Schulbildung und Kindergarten), Erasmus (Hochschulbildung), Leonardo da Vinci (Berufliche Bildung) und Grundtvig (Erwachsenenbildung). Der OeAD habe auch, so Dürrstein, "die Zeichen der Zeit immer gut erkannt". 1968 eröffnete er das erste Studentenwohnheim, heute erledigt eine eigene Gesellschaft die Wohnraumverwaltung, allein von 2000 bis 2010 weist die Statistik eine Steigerung der Zahl der Belegungen von 1722 auf 3538 aus.

Wie 1989 auf den Fall des Eisernen Vorhangs mit einem speziellen Programm für Osteuropa reagiert wurde, will man jetzt mit einem "OeAD-Jubiläumsstipendium" wissenschaftliche Arbeit in Zusammenhang mit Demokratisierungsbewegungen unterstützen und dabei einen besonderen Fokus auf Nordafrika legen.

Die von Töchterle und Dürrstein aufgezeigte Stagnation der Zahl der Österreicher, die als Stipendiaten ins Ausland gehen (immerhin über 6000 pro Jahr), beunruhigt den OeAD-Kuratoriumsvorsitzenden Wolfhard Wegscheider nicht. Aus seiner Zeit als Rektor der Montanuni Leoben wisse er, dass die Statistik nur etwa ein Zehntel aller Auslandsaufenthalte Studierender erfasse.