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Strache attackiert den "linken Pöbel"

Von Stefan Beig

Politik

Hofburg: FPÖ-Chef beim Festkommers der Burschenschaft. | "Hier sitzen die Anständigen." | Wien. Gegen die "Unrechtsgrenze am Brenner" und "die Friedensdiktate von Versailles, St. Germain und Trianon" wetterte Heinz-Christian Strache Samstagabend in der Wiener Hofburg. Der FPÖ-Chef hielt die Festrede beim umstrittenen Festkommers zum "Gedenken an 150 Jahre deutsche Burschenschaft in Österreich". Trotz des von den Organisatoren verhängten Medienverbots konnte sich die "Wiener Zeitung" unter die Besucher mischen.


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In gleichgesinntem Umfeld mahnte Strache den "Stolz auf die eigene Geschichte" ein und kritisierte den "Einheitsmenschen, der sich seiner Herkunft nicht bewusst ist". Zitat: "Wir wollen den Ungeist der Linken hinter uns lassen."

Lob ernteten die Burschenschafter: "Nur die mutigen Menschen können etwas bewegen, der Feige hat keine Bedeutung", erklärte der FPÖ-Chef unter dem Beifall von rund 1000 Gästen aus schlagenden Verbindungen in Österreich und Deutschland. "Die Burschenschaft lebt ihre Ideale." Ihr Vorbild "durchdringt unsere Existenz. Deshalb wird es uns noch lange geben, wenn der linke Pöbel nichts mehr zu sagen hat." Und: "Hier sitzen die Anständigen."

Alte Steckenpferde der FPÖ wie die Südtirolfrage griff Strache auf und forderte zum Gedenken jener "Menschen, die sich aktiv für Südtirol eingesetzt haben". Mit Sepp Mitterhofer, dem Obmann des Südtiroler Heimatbundes, kam ein solcher Aktivist auch zu Wort. "Die Mischehen sind das Problem", erklärte der Mittsiebziger. "Der italienische Teil ist stärker", denn hier sei das Nationalbewusstsein stärker ausgeprägt. "Wenn wir nicht in 10, 20 Jahren bei einer Abstimmung die Mehrheit bekommen, waren die Opfer der 60er Jahre umsonst." Für seinen Südtirol-Aktivismus und den gescheiterten Versuch, zwei Masten zu sprengen, war Mitterhofer im Gefängnis.

Wegen Gegendemonstrationen sprach die Polizei an diesem Abend ein umfangreiches Platzverbot um die Hofburg aus. Vor allem der Auftritt der als rechtsextrem eingestuften Olympia stieß auf scharfe Kritik. Die Olympia war in den 60er Jahren verboten, weil ihre Mitglieder in Bombenanschläge in Südtirol verwickelt waren.