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Islam-Konferenz: Konzepte prallen aufeinander. | Wien. "Es gibt Hassprediger in den Moscheen, aber auch in den Medien." Gleich am Anfang der zweitägigen Konferenz "Islam in Europa" in der Diplomatischen Akademie in Wien findet Anas Schakfeh, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, scharfe Worte. "Wir Muslime haben unsere Lebenspraxis und brauchen keine Schützenhilfe von anderen. Säkularismus bedeutet nicht, dass sich der Staat in die Religion einmischt."
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Die Integration der Muslime in Europa spaltet Ende voriger Woche die Geister. Die streitbare türkisch-deutsche Soziologin Necla Kelek erklärt: "Der Islam ist eine arabische Religion, verfolgt ein kollektivistisches Gesellschaftsbild, widerspricht wegen seiner Einheit von Glaube und Politik der Säkularisierung und will die Werte der Demokratie nicht leben."
Dem widerspricht Arno Tausch entschieden, Professor für Politikwissenschaft an der Uni Innsbruck: "Solche Aussagen arbeiten Kulturkriegen entgegen. Man muss das Entwicklungsniveau einer Gesellschaft beachten. Unter den islamischen Partnerländern gibt es auch Senegal, das eine bessere Menschenrechtslage als Rumänien und Bulgarien hat. Frau Kelek drängt den Reformislam in den Hintergrund und verallgemeinert individuelle Leidensgeschichten."
Auch ein weiterer Redner ist nicht auf Keleks Linie. "Manche Europäer wollen die Muslime draußen haben, aber sie sind schon drinnen", erklärt der Schweizer Islamwissenschaftler ägyptischer Herkunft Tariq Ramadan. Inakzeptabel sei die Diskriminierung von Muslimen in Europa. Dadurch werde ihre Partizipation verhindert.
Ramadan selber ist freilich nicht weniger umstritten. 1996 wurde ihm die Einreise nach Frankreich wegen angeblicher Verbindungen zu algerischen Islamisten verwehrt. Für Kelek ist Ramadan "ein Vertreter der Anti-Aufklärung." Er strebe die islamische Gemeinschaft des 7. Jahrhunderts als Ideal an.
Am Mittwoch ist Ramadan wieder in Österreich und wird bei einem Salzburger Seminar auf Schloss Leopoldskron reden.
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