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Das neue Wahlrecht zur Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) hat kaum Auswirkungen auf die Führung der Studentenvertretung gehabt. Nach derzeitigem Stand dürfte die amtierende grün-rote ÖH-Spitze in der Bundesvertretung auch weiter den Vorsitz stellen.
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Die Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) bleiben auch nach den am Donnerstag zu Ende gegangenen ÖH-Wahlen wie vor zwei Jahren an den Universitäten die stimmenstärkste Fraktion knapp vor der VP-nahen AktionsGemeinschaft (AG).
Unter Einrechnung der Pädagogischen Akademien (PädAKs), wo zwar in den letzten drei Tagen nicht gewählt wurde, allerdings Vertreter gemäß dem Ergebnis der im Herbst 2004 über die Bühne gegangenen Wahlen zur Akademievertretung entsendet werden, kommt der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) auf 15 Mandate, die Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) sowie die VP-nahe AktionsGemeinschaft (AG) auf je 14 und die unabhängigen Fachschaftslisten (FLÖ) auf elf Mandate. Verglichen mit dem Ergebnis 2003 (damals waren allerdings weniger Sitze zu vergeben) haben VSStÖ (plus fünf) und FLÖ (plus sieben) die meisten Mandate gewonnen, GRAS und AG stagnierten.
Das Liberale StudentInnenforum (LSF), der Kommunistische StudentInnenverband (KSV) und der Ring Freiheitlicher Studenten haben je einen Sitz in der Bundesvertretung errungen. Fünf Mandate sind vorerst nicht zuordenbar: Eine Wahlgemeinschaft aus Vertretern der Kunstuni Linz und der kleineren PädAKS wählen in zwei Wochen noch zwei Vertreter, drei Mandatare an PädAKS bzw.Kunstunis haben sich noch nicht für eine Fraktion deklariert.
Damit verfügt Grün-Rot über mindestens 29 Sitze in der nun 62-köpfigen Bundesvertretung (bisher 45 Mandate). Da die FLÖ nach eigenen Angaben aber eher mit grün-rot als mit der AG koalieren wollen, der KSV auch keinen AG-Vorsitz unterstützen und VSStÖ und GRAS wahrscheinlich noch aus der Wahlgemeinschaft zumindest ein Mandat lukrieren werden, ist ein weiterer grün-roter Vorsitz in der Studentenvertretung so gut wie sicher. Eine Mehrheit unter Führung der AG ist hingegen nicht in Sicht - sie kommt auf 14 Mandate und müsste praktisch sämtliche FLÖ-Mandatare, den RFS, das LSF sowie die noch nicht zugeordneten Sitze auf ihre Seite bringen.
Die Wahlbeteiligung ist leicht von 29,9 Prozent auf 30,5 Prozent gestiegen. Einbußen etwa an der Uni Wien standen Gewinne zum Beispiel an der Uni Linz und der Uni Klagenfurt gegenüber.
Rund 210.000 Studenten an den 21 Universitäten waren die letzten drei Tage aufgerufen, ihre Vertretung auf Universitäts- und Studienrichtungsebene neu zu küren. Nach Änderung der Wahlordnung durch die Regierung wurde erstmals die Bundesvertretung nicht mehr direkt gewählt. Stattdessen entsenden die einzelnen Universitätsvertretungen Mandatare in die Bundesvertretung. Allgemein war erwartet worden, dass dies Rot-Grün die Mehrheit kosten und die AG bevorzugen würde. Daher sprach die ÖH-Spitze von einer "Umfärbeaktion", die nun gescheitert sei - und in der ÖH-Zentrale knallten nach Mitternacht die Sektkorken.
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