Zum Hauptinhalt springen

Studieren, Flanieren, Regenerieren: Uni-Campus AAKH

Von Petra Medek

Wissen

Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 24 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

15 Gewi-Institute am revitalisierten Spitalsareal

Studieren, Flanieren, Regenerieren:

Uni-Campus AAKH

Von Petra Medek

Unter Josef II. wurde das zehn Hektar große Areal in Wien Alsergrund der Medizin gewidmet. Heute befindet sich auf dem Gebiet des Alten Allgemeinen Krankenhauses (AAKH) der Wiener Universitätscampus, der allerdings nicht nur wissenschaftlichen Einrichtungen Raum bietet: Unternehmen haben Räumlichkeiten als Büros angemietet, Geschäfte laden zum Einkaufsbummel und Gaststätten sorgen für das leibliche Wohl der Besucher.

Der Universitätscampus steht somit nicht nur Studierenden und Forschern zur Verfügung. Mit seinen zahlreichen Freiräumen und Parks ist er ein für alle zugänglicher Raum, umschreiben Wolfgang Greisenegger, Rektor der Universität Wien, und Center Manager Carl-Nicolai Wochniz die Philosophie rund um die Gestaltung des Areals im Gespräch mit der Wiener Zeitung. Eine gute Möglichkeit also, die Offenheit des wissenschaftlichen Betriebes gegenüber der Gesellschaft an einem ganz realen Objekt zu demonstrieren.

Die Universität erhielt das Gelände des Unicampus von der Stadt Wien im Zuge eines Schenkungsvertrages im Dezember 1988 ins Eigentum übertragen. Damit öffneten sich neue Perspektiven für die ständig unter Platznot leidende Universität. Fünfzehn Institute der Geisteswissenschaftlichen (Gewi) Fakultät übersiedelten in der Folge: Afrikanistik, Anglistik und Amerikanistik, Finno-Ugristik, Indologie, Japanologie, Judaistik, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, Orientalistik, Ost- und Südosteuropaforschung, Romanistik, Sinologie, Slawistik, Tibetologie und Buddhismuskunde sowie Zeitgeschichte fanden in den Höfen zwei bis neun des AAKH neue Räumlichkeiten. Darüber hinaus siedelten sich weitere universitäre Einrichtungen wie EDV-Zentrum oder die Hochschülerschaft auf dem Areal an.

Die Freude über den neu gewonnen Raum war zwar groß, gleichzeitig drängten sich aber auch Finanzierungsprobleme auf, wie der Rektor erläutert. Die für die Einrichtung und Instandhaltung des Campus aufgenommenen Kredite bedient die Universität einerseits mit den Mitteln, die das Wissenschaftsministerium für diverse Räumlichkeiten als Miete entrichtet, andererseits mit Geldern, die in der sogenannten "Drittmittelzone", dem Hof 1 des Universitätscampus, eingenommen werden.

Hier findet sich eine Reihe von Geschäften, darunter zwei Buchhandlungen und ein Supermarkt, sowie eine Bank-Filiale und einige Gastronomiebetriebe. Zu der etwa 5.000m2 umfassenden nicht Uni-zugehörigen Zone zählen außerdem Büroräumlichkeiten, die "so gut wie alle vermietet sind", berichtet Greisenegger. Zur wirtschaftlichen Nutzung tragen außerdem eine Vielzahl von Veranstaltungen bei, die überwiegend in der Aula im Hof 1 über die Bühne gehen - so auch die Europatage "University meets public" von 23. bis 25. September 1999 (siehe Veranstaltungskalender), wo auch die Wiener Zeitung präsent sein wird.

Für die Zukunft ist neben der Aula die Verwendung einiger für Events geeignete Hörsäle angedacht. Es liegt auf der Hand, dass sich zwischen wissenschaftlichem Betrieb und wirtschaftlichem Treiben im Universitätscampus mitunter Diskrepanzen ergeben. "Die Problematik ist, die Interessen der Universität zu wahren und dabei trotzdem etwas einzunehmen", bringt es der Rektor auf den Punkt. "Am meisten würden wir verdienen, wenn wir nur Parkplätze machen".

Ein Clubbing wie zu Zeiten des Aufbaus wäre allein aufgrund der für Anrainer entstehenden Lärmbelästigung keinesfalls mehr möglich, so Greisenegger weiter.

Neben den Interessen der Mieter und der universitären Einrichtungen gilt es, die Auflagen der Stadt Wien, das Areal als öffentlichen Erholungsraum und allgemein zugänglich zu belassen, zu erfüllen, weiß Wochinz, der darum bemüht ist, eine Corporate Identity innerhalb des Campus zu schaffen. Die zahlreichen Veranstaltungen auf dem Campus sollen auf einem allgemeinen Konsens aller Parteien basieren und von allen Beteiligten getragen werden, wünscht sich der Center Manager.

Ein kleiner Auszug aus dem Veranstaltungskalender des Universitätscampus AAKH

- Europatage am Campus der Universität Wien: "University meets public". Kick off-Event für das Wintersemester. 23. bis 25. September 1999.

Symposium: "Frauen und Universität". 30. September, 1. Oktober 1999.

- EU-Projekt "Wiener Stadtdialog". 6. Oktober 1999

- Wiener Akademie/ Wiener Vorlesungen: "Wiener Moderne". 12. Und 19. Oktober sowie 9., 16., 23. Und 30. November 1999.

- "Jazz im Universitätsbräuhaus": C. Dozzler Solo. 3. November 1999

- Weihnachtsmarkt. 20. November bis einschließlich 26. Dezember 1999.