Zum Hauptinhalt springen

Suche nach Fördergeld für Oma-Dienst

Von Radovan Baloun

Politik

Förderung hätte gestrichen werden sollen - Bürgermeister sprach ein Machtwort.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 7 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Wien. "Egal wie die Vorhaben bisher ausgesehen haben, es wird Geld geben für die Omas", heißt es aus dem Büro von Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ). Vor einer Woche sah das noch anders aus: Der Katholische Familienverband Wien (KFVW) war durch ein Schreiben der MA10 (Kindergarten) über das Aus der Förderung in Höhe von 20.000 Euro informiert worden. Das Programm, das 300 Leih-Großmütter an Familien vermittelt, passe nicht mehr in die Förderstrategie, hieß es. Ohne die Subvention sah sich der KFVW wiederum außer Stande, den Omadienst fortzuführen.

Nach einer Beschwerde wurde dem Dienst dann ein Termin für ein "Qualitätsgespräch" im Oktober zugesagt, in dessen Rahmen die Förderung eigentlich noch einmal geprüft werden sollte.

Davor kam aber Bürgermeister Häupl aus der Sommerpause zurück und sprach ein Machtwort. Er sicherte zu, dass das Programm weiterlaufen kann. Woher das Geld genau kommen soll, ist jedoch noch nicht klar.

Woher das Geld kommt,ist noch nicht klar

Für Subventionen der MA10 ist eigentlich Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) zuständig. "Aus welchem der zahlreichen Fördertöpfe der Stadt Wien die 20.000 Euro kommen werden, können wir derzeit nicht sagen", heißt es aus ihrem Büro. Weder dort noch bei der MA10 wollte man sagen, ob denn nun überhaupt noch geprüft werde, inwiefern der Omadienst in die Förderstrategie der Magistratsabteilung passt. Ob das Qualitätsgespräch im Oktober noch stattfinden, wird oder ob sich das durch Häupls Eingriff erübrigt hat, wollte man auch nicht kommentieren.

Andrea Ber, Leiterin des Omadienstes, wartet noch auf eine offizielle Nachricht. "Wir freuen uns und gehen davon aus, dass das Wort des Bürgermeisters Gewicht hat und dass wir die Förderung auch in den nächsten Jahren bekommen werden, ohne dafür kämpfen zu müssen", sagte sie.

Gegen die Einstellung des Omadienstes protestiert hatten neben dem KFVW der Seniorenbund, die FPÖ und die ÖVP. Letztere sieht im Omadienst ein Beispiel für ein "Subventionschaos": "Dass nun der Bürgermeister seine eigene Stadträtin korrigiert, ein Machtwort sprechen muss und nun doch eine Fortführung der Subventionen verlautbart, ist auch ein Sittenbild der rot-grünen Stadtregierung", so Familiensprecherin Sabine Schwarz.

Der Omadienst des KFVW wurde 1973 gegründet und soll Lücken in der Kinderbetreuung abdecken. Die Leih-Großmütter arbeiten dabei auf eigene Rechnung. Die Förderung wird laut KFVW gebraucht, um die administrative Arbeit zu stemmen, die mit der Vermittlung der Omas verbunden ist.