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Sudan warnt USA vor "neuem Irak"

Von Wolfgang Tucek

Politik

Der Sudan hat die USA nach einer Rüge von deren Außenminister Colin Powell davor gewarnt, sich in dem afrikanischen Land zu sehr zu engagieren und sich damit in eine weitere Situation wie im Irak zu begeben.


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Sudans Außenminister Mustafa Ismail warnte, dass jene, die die Welt schon in den Irak-Krieg getrieben hätten, nicht den selben Fehler wieder machen sollten, sich in einen Krieg zu begeben, aus dem man sich dann nur schwer wieder zurückziehen kann. Powell hatte zuvor den Sudan kritisiert, dass er seinen Versprechen von letzter Woche nicht nachgekommen sei, und nicht mit der Entwaffnung der Milizen begonnen hat, die in der Region Darfur für die Vertreibung von einer Million Menschen und der Tötung von mindesten 10.000 verantwortlich gemacht werden. Ansonsten drohte Powell mit Sanktionen gegen das Regime in Khartum.

Der UN-Sicherheitsrat debattierte indes die ganze Woche über einen von den USA eingebrachten Resolutionsentwurf gegen diese so genannten Janjaweed-Milizen. Ismail warnte vor einer Ausweitung der Sanktionen gegen seine Regierung, "da dies die Situation nur schlimmer mache". Frankreich gab zu Bedenken, dass Maßnahmen gegen Khartum, die Hilfslieferungen erschweren würden.